Zwei Filme führen die Nominierungen für den Schweizer Filmpreis 2026 mit je sieben Chancen an

Zwei Spielfilme dominieren das Rennen um den Schweizer Filmpreis 2026: „A bras-le-corps“ und „Bagger Drama“ sind jeweils in sieben Kategorien nominiert. Bemerkenswert dabei: Die beiden Favoriten stammen aus der Romandie und der Deutschschweiz – was die Diskussionen über den Röschtigraben im Schweizer Film etwas besänftigen wird.
Die Nominierungen werden traditionell während der Solothurner Filmtage bekannt gegeben; die Gala findet in diesem Jahr am 27. März in Zürich statt. Geld gibt es nicht für den Preis, sondern für die Nominierung. Der Schweizer Filmpreis würdigt jährlich die herausragendsten Schweizer Filme sowie die wichtigsten Protagonistinnen und Protagonisten des hiesigen Filmschaffens.
Realisiert wird er vom Bundesamt für Kultur mit den Partnerinnen SRG SSR und der Association „Quartz“ Genève Zürich, in Zusammenarbeit mit Swiss Films, der Schweizer Filmakademie und den Solothurner Filmtagen. Für den Schweizer Filmpreis 2026 wird der Preis in 13 Kategorien vergeben.
Rund 600 Mitglieder der Schweizer Filmakademie sichteten die eingereichten Filme; ihre anonyme Abstimmung dient der vom Bundesamt für Kultur zusammengestellten fünfköpfigen Nominierungskommission – die aus Mitgliedern der Schweizer Filmakademie besteht – als Empfehlung.
„A bras-le-corps“ (ab Donnerstag in den Deutschschweizer Kinos als „Silent Rebellion“) erzählt von einer 15-Jährigen, die in einem Grenzdorf im Schweizer Jura nach einer Vergewaltigung schwanger wird und ihr Schicksal beharrlich selbst in die Hand nimmt. Der Film von Marie-Elsa Sgualdo ist in fast allen möglichen Kategorien nominiert.
Die Hauptrollen spielen Lila Gueneau und Grégoire Colin; beide sind Franzosen und damit nicht für den Schweizer Filmpreis wählbar – andernfalls wären wohl zwei zusätzliche Nominierungen dazugekommen. Ebenfalls sieben Nennungen verzeichnet „Bagger Drama“ von Piet Baumgartner.
Das feinfühlige Familiendrama, in dem poetisch inszenierte Baumaschinen eine tragende Rolle spielen, lief bereits im vergangenen Frühjahr im Kino. Nominiert ist es unter anderem in den Hauptkategorien Bester Spielfilm und Bestes Drehbuch. Bettina Stucky geht als beste Darstellerin ins Rennen; zudem sind mit Vincent Furrer und Phil Hayes beide männlichen Hauptdarsteller desselben Films nominiert – eine Besonderheit.
Die vormalige Schweizer Oscar-Hoffnung „Heldin“ von Petra Volpe, die es nicht auf die endgültige Shortlist schaffte, bleibt bei den Nominierungen überraschend hinter den Erwartungen zurück. Der Film über eine Krankenschwester in der Nachtschicht ist jedoch in den beiden Hauptkategorien Bester Spielfilm und Bestes Drehbuch vertreten.
Ebenfalls dreimal nominiert ist „Sie glauben an Engel, Herr Drowak?“, der soeben an den Filmtagen seine Schweizer Premiere feierte – darunter in der Königskategorie Bester Spielfilm. In dieser Kategorie tritt auch Lionel Baiers „La Cache“ an, das insgesamt drei Nominierungen erhielt.
Weniger gut lief es dem Erfolgsfilm „Hallo Betty“: Er ist lediglich mit seinen Hauptdarstellern Sarah Spale und Martin Vischer im Rennen. In der Dokumentarfilm-Sparte sind fünf Produktionen für den Besten Dokumentarfilm nominiert; Favorit ist hier wohl Nicolas Wadimoffs „Qui vit encore“.
Die Preisträgerinnen und Preisträger werden am 27. März in Zürich bekannt gegeben – bis dahin bleibt das Feld an der Spitze so offen wie spannend.
