Wirbel um Boniface’ Fitness: Ex-ÖFB-Teamspieler Harnik ätzt – Werder setzt auf Aufbauarbeit

Der Fitnesszustand von Victor Boniface sorgt in Bremen weiter für Schlagzeilen. Ex-ÖFB-Teamspieler und früherer Werder-Profi Martin Harnik fand im Podcast „Flatterball“ deutliche Worte: „Wenn ich ins Mannschaftstraining einsteige, dann muss ich so fit wie möglich sein – und er hat fit und fett verwechselt.“ Der Stürmer war nach einer Knie-OP wegen eines Knorpelschadens vor drei Monaten wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen.
Werder-Boss Peter Niemeyer reagierte gegenüber der „Bild“ auf die kursierenden Bilder des Angreifers: „Wir wussten, in welcher Verfassung er sich befindet. Er muss jetzt an seinem Fitness-Zustand arbeiten, und wir helfen ihm dabei. Da ist aber vor allem Victor in der Pflicht.“ Die Zeitung schrieb, Boniface trage eine hohe einstellige Kilozahl zu viel mit sich herum.
Harnik, 68-facher österreichischer Teamspieler, legte nach: „Er schiebt da schon einen ganz guten Kanister vor sich her. Er kommt super unfit aus dieser Verletzung zurück – das ist unprofessionell. Wenn er ernsthaft weiter Fußball spielen will, dann muss er Gewicht runterkriegen, um auch seine Knie zu entlasten.
Auch Muskelmasse ist da nicht hilfreich. Das geht so nicht.“ Harnik spielte zwischen 2006 und 2009 sowie von 2018 bis 2020 für Werder Bremen. Trainer Daniel Thioune wählte einen deutlich moderateren Ton. „Natürlich lässt sich nicht wegdiskutieren, dass vielleicht das eine oder andere Gramm zu viel da ist“, sagte der Werder-Coach.
„Aber wir sollten nicht den Fehler machen, ihn auf das zu reduzieren, was wir sehen, sondern wir sollten hervorheben, dass er die Bereitschaft signalisiert hat, wieder für uns Fußball spielen zu wollen.“ Mit-Podcaster Max Kruse äußerte Verständnis: „Ich muss ganz vorsichtig mit meinen Aussagen sein, denn wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.“ Aus eigener Erfahrung wisse er, wie schwer es sei, nach einer Pause wieder in Form zu kommen: „Nicht, dass es gut ist, aber ich kann ein bisschen nachvollziehen, wie man in dieser Sache denkt.“ Über Boniface’ Alter sagte Kruse: „25?
Das ist schon hart. Eigentlich hat er seine beste Zeit noch vor sich. Das ist sehr schade, weil er eigentlich ein sehr talentierter Stürmer ist, der das Potenzial hatte, um einer der besten Stürmer Europas zu sein.“ Boniface war als Double-Sieger von 2024 im Sommer 2025 auf Leihbasis von Bayer Leverkusen zu Werder Bremen gewechselt – ein Deal, der nicht wie erhofft aufging.
Sein Marktwert fiel von rund 40 Millionen auf aktuell etwa fünf Millionen Euro. Für Leverkusen hatte er in 61 Pflichtspielen 32 Treffer erzielt und 12 Vorlagen gegeben. In Bremen bleibt die Hoffnung, dass der Angreifer sportlich noch die Kurve bekommt – mit Unterstützung des Klubs, aber auch mit klarer Eigenverantwortung.
