Wiens Polizeivize Csefan warnt vor brutaleren Taten junger Täter: "Viele Eltern haben aufgegeben"

Wiens Polizeivizepräsident Dieter Csefan warnt vor einer zunehmenden Härte bei Taten junger Täter und verteidigt die vielkritisierte Kriminalstatistik. "Früher wurde von einem abgelassen, sobald man am Boden lag", sagt Csefan. "Das ist nicht mehr so. Es wird brutaler." Zugleich erklärt er: "Viele Eltern haben aufgegeben." Bei Wiens "Problemkindern", wie er sie nennt, erkenne er weder Reue noch den Willen, sich zu bessern.
Die jüngsten Fälle, die die Polizei beschäftigt haben, zeichnen ein düsteres Bild: Am 24. März bestahl eine Gruppe Teenager in Wien zwei Jugendliche und wurde dabei handgreiflich. Am 20. April wurden drei 14-Jährige nach einem Einbruch in ein Restaurant in Döbling festgenommen; die Polizei kennt sie.
Tags darauf, am 21. April, überfiel ein 14-Jähriger eine Trafik in Hernals – wie wohl schon in der Woche zuvor. Er soll den Trafikbesitzer ins Gesicht geschlagen und mit dem Tod bedroht haben. Csefan macht keinen Hehl daraus, dass ihn diese Entwicklung beunruhigt.
Auf die Frage, ob Jugendkriminalität im Land tatsächlich ein "Sorgenkind" sei, wie der Innenminister zuletzt erklärte, sagt er: "Also ich mache mir Sorgen." Kritik an den offiziellen Zahlen weist er zurück und stellt sich hinter die Kriminalstatistik. Die Polizei will die Serie von Vorfällen weiter auswerten.
Csefan verweist darauf, dass die jüngsten Taten den Eindruck einer zunehmenden Brutalität nähren. Wie es weitergeht, hängt aus seiner Sicht auch vom Umfeld ab: Er sieht die Verantwortung nicht nur bei der Polizei, sondern auch bei Familien und dem sozialen Umfeld der Jugendlichen.
