Vorwürfe von Collien Fernandes lösen neue Ermittlungen aus

Ein eingestelltes Verfahren wird neu aufgerollt: Nach Berichten über schwerwiegende Vorwürfe gegen Christian Ulmen sieht die Staatsanwaltschaft Itzehoe erneut Ermittlungsansätze. Im Raum steht der Verdacht der Nachstellung. Weitere Details gibt die Behörde bislang nicht preis.
Im Fall der von der Schauspielerin Collien Fernandes erhobenen Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen sieht die Staatsanwaltschaft Itzehoe einen Anfangsverdacht gegen Ulmen. Die Auswertung der Berichterstattung des Magazins "Spiegel" über den Fall habe zu einer Bejahung des Anfangsverdachts geführt, erklärte die Ermittlungsbehörde am Freitag.
Strafrechtlich gehe es um den Vorwurf der Nachstellung. Paragraph 238 des Strafgesetzbuchs verbietet es, Menschen auf eine Weise nachzustellen, die deren Lebensgestaltung erheblich beeinträchtigt. Untersagt sind unter anderem die missbräuchliche Verwendung von personenbezogenen Daten sowie das Veröffentlichen von Bildern, wenn die betroffene Person dadurch verächtlich gemacht wird.
Die Staatsanwaltschaft verwies darauf, dass für Ulmen die Unschuldsvermutung gelte. Wie die Staatsanwaltschaft erklärte, wurde nach der vergangene Woche erschienenen "Spiegel"-Berichterstattung ein im Juni 2025 eingestelltes Ermittlungsverfahren wieder aufgenommen.
Es werde nun geprüft, ob außer dem im Raum stehenden Straftatbestand auch weitere Straftatbestände in Betracht kommen. Im Fall einer Verurteilung drohen für Nachstellung bis zu drei Jahre Haft oder eine Geldstrafe, erklärte die Staatsanwaltschaft. Weitere Auskünfte wollte die Ermittlungsbehörde zunächst nicht geben.
Ursprünglich hatte der Sprecher der Ermittlungsbehörde, Peter Müller-Rakow, am Freitag keine Angaben dazu machen wollen, ob sich Ermittlungen der Itzehoer Staatsanwaltschaft gegen den aus zahlreichen Kino- und Fernsehrollen sowie der Fernsehwerbung bekannten Ulmen richten.
Der 50-jährige Ulmen und die 44-jährige Fernandes waren seit 2011 ein Paar, vergangenes Jahr gaben sie ihre Trennung bekannt. Die beiden haben eine gemeinsame Tochter. Fernandes war vergangene Woche mit Vorwürfen der digitalen sexualisierten Gewalt gegen ihren Ex-Mann an die Öffentlichkeit gegangen.
In Spanien brachte sie ihre Vorwürfe ebenfalls zur Anzeige, das Paar war 2023 nach Mallorca ausgewandert. Das bestätigte eine Justizsprecherin auf der spanischen Mittelmeerinsel der Nachrichtenagentur dpa. Das Verfahren befinde sich noch in einem sehr frühen und vertraulichen Stadium, sagte sie am 19.
März. Die Veröffentlichung führte in Deutschland in der Politik zu einer Debatte über digitale Gewalt gegen Frauen. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte in der Folge an, Gesetzeslücken schließen zu wollen. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.
Sein Anwalt Christian Schertz hatte rechtliche Schritte gegen die Berichterstattung des "Spiegel" angekündigt, bei der es sich "in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung" handle. Zudem würden "unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet" (afp/bearbeitet von amb)
