Vom Free-TV zum Abo-Mix: Meilensteine der Fußball-TV-Rechte in Deutschland

Deutschlands Fußballübertragungen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend gewandelt: Die Rechte wurden stetig teurer, Pay-Angebote ausgebaut, Streamingdienste traten hinzu. 1965 zahlten ARD und ZDF 650.000 DM für die Bundesliga-Rechte; zwanzig Jahre später lagen die Summen bereits bei zehn Millionen DM.
1988 stieg mit RTL ein privater Sender ein und zahlte 135 Millionen für drei Jahre Bundesliga. 1991 ging das Duell Eintracht Frankfurt gegen den 1. FC Kaiserslautern als erstes Livespiel im Bezahlfernsehen in die Geschichte ein – ausgestrahlt von Premiere. In der Saison 2000/01 kletterten die Übertragungsrechte auf 350 Millionen DM und erreichten damit einen vorläufigen Höhepunkt.
Premiere führte in dieser Spielzeit die Bundesliga-Konferenz ein; alle 306 Bundesligapartien wurden gegen Bezahlung gezeigt. In den Folgejahren entging Premiere nur knapp der Insolvenz und firmiert seit 2009 als Sky. Im April 2012 brach die Deutsche Fußball Liga erneut Rekorde: Sky und die ARD sicherten sich Rechte im Volumen von 628 Millionen Euro für die kommende Saison.
Parallel rückten reine Online-Dienste in den Vordergrund. Der Streaminganbieter DAZN machte mit -Übertragungen europäischer Ligen auf sich aufmerksam und bot ab der Saison 2018/19 auch Champions-League-Begegnungen im Stream – zu einem Preis, der deutlich unter dem von Sky lag.
Sky hielt zu diesem Zeitpunkt weiterhin die kompletten Rechte an der Champions League und den meisten Bundesligaspielen. Seit der Saison 2017/18 mischte zudem Eurosport mit dem kostenpflichtigen Eurosport Player mit. Sky verlor 45 Bundesligaspiele an Eurosport; zugleich wurde eine zusätzliche Anstoßzeit eingeführt: Partien fanden fortan auch samstags um 13:30 Uhr statt.
Die Fragmentierung, zuvor aus der Bundesliga bekannt, erfasste damit zunehmend auch den Europapokal. Für Fans war das schwer nachzuvollziehen – in der kommenden Saison müssten sie sich demnach sogar zwei unterschiedliche Abos holen, um alle Champions-League-Spiele sehen zu können.
Auch die Europa League, zuvor vollständig bei Sky, wurde ab der Saison 2018/19 weiterhin nur gegen Bezahlung übertragen, dann jedoch von DAZN. Von 190 Partien sollten 15 zudem im Free-TV zu sehen sein. Wie sich diese Bezahlstruktur weiterentwickelt, bleibt abzuwarten.
Es ist davon auszugehen, dass alle Anbieter versuchen, sich möglichst große Anteile zu sichern; frei empfangbare Spiele könnten weiter zurückgehen – bis hin zum vollständigen Verschwinden.
