VÖZ, VÖP und ORF bündeln Kräfte: Kampagne soll Werbegelder im Land halten

In einem ungewöhnlichen Schulterschluss haben sich der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ), der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP) und der Österreichische Rundfunk (ORF) zur Initiative „Made In Austria – Made For Austria“ zusammengetan.
Ziel der Kampagne ist es, die Rolle heimischer Medien für die werbliche Kommunikation und den Wirtschaftsstandort zu unterstreichen – und Werbegelder, die zunehmend ins Ausland abfließen, in Österreich zu halten. Der Anlass ist deutlich: Immer mehr Budgets wandern von traditionellen österreichischen Medien zu internationalen Plattformen ohne redaktionelle Verantwortung.
Das betrifft die Medienbranche ebenso wie Werbetreibende, die Gesamtwirtschaft und die Gesellschaft. Die Kampagne richtet sich an private wie öffentliche Auftraggeber. Medienvielfalt und Qualität aus und für Österreich seien unverzichtbar für die Demokratie, betonte Roland Weißmann.
Mario Frühauf hob hervor, dass die Entscheidung, wo Unternehmen ihre Budgets ausgeben, Konsequenzen habe: Buchungen bei österreichischen Medien stärkten die heimische Wirtschaft und die Meinungsvielfalt. Der Wettbewerbsdruck ist erheblich.
Internationale Online-Plattformen zögen mittlerweile rund 2,5 Milliarden Euro an Werbegeldern aus Österreich ab, sagte Maximilian Dasch; damit gingen regionale Wertschöpfung und Arbeitsplätze verloren. Dem wolle man selbstbewusst entgegentreten. Frühauf verwies zudem darauf, dass die beteiligten Medien laut der jüngsten Mediaserver-Studie 97 Prozent der Menschen im Land erreichen und ein qualitätsgesichertes Werbeumfeld bieten.
Ein besonderes Augenmerk liege auf großen Social-Media-Plattformen, deren Wachstum kaum noch überschaubar sei. Gleichzeitig setzen die Initiatoren auf Vertrauen in etablierte Angebote. Immer mehr Menschen würden die Bedeutung qualitätsgeprüfter Medien erkennen – gerade in Zeiten zunehmender Falschinformationen, so Weißmann.
Viele Studien zeigten regelmäßig, dass traditionelles Radio, Fernsehen und Print zu den Informationsquellen gehören, denen die Bevölkerung am meisten vertraut. Von der aktuellen Entwicklung betroffen seien alle österreichischen Medien, die sich teilweise oder vollständig über Werbung finanzieren, ergänzte Dasch.
Die Kampagne soll auf mehreren Kanälen sichtbar werden: mit TV- und Radio-Spots bei ORF und Privatsendern, Inseraten in Zeitungen, Magazinen und Fachmedien sowie Online-Werbemitteln. Laut Frühauf sollen in den Inseraten auch bekannte österreichische Werber zu Wort kommen.
Übergeordnetes Ziel bleibt, Werbekunden für den Wert regional verankerter, redaktionell verantworteter Medien zu sensibilisieren – und damit Medienvielfalt und wirtschaftliche Wertschöpfung in Österreich zu stärken.
