USA drängen auf direkte Spitzengespräche zwischen Israel und Libanon

Die USA haben angesichts der brüchigen Waffenruhe zwischen Israel und der proiranischen Terrororganisation Hisbollah zu direkten Verhandlungen zwischen Israel und dem Libanon auf höchster politischer Ebene aufgerufen. Der Libanon stehe „am Scheideweg“, hieß es in einer auf der Plattform X veröffentlichten Mitteilung der US-Botschaft in Beirut.
Die Bevölkerung habe die historische Chance, ihr Land zurückzugewinnen und die Zukunft als souveräne und unabhängige Nation zu gestalten. In dem Schreiben betont die Botschaft, ein direktes Treffen zwischen dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun und dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu – vermittelt von US-Präsident Donald Trump – könnte dem Libanon die Möglichkeit eröffnen, konkrete Garantien zu erhalten.
Genannt werden volle Souveränität, territoriale Integrität, sichere Grenzen, humanitäre Hilfe, Wiederaufbauhilfe sowie die vollständige Wiederherstellung der staatlichen Autorität über jeden Zentimeter des libanesischen Hoheitsgebiets – „garantiert durch die Vereinigten Staaten“.
Im Konflikt zwischen der Hisbollah-Miliz im Libanon und Israel gilt derzeit eine Waffenruhe. Diese war nach Angaben der Mitteilung Mitte April von Trump nach Gesprächen mit Netanjahu und Aoun verkündet worden. De facto kommt es jedoch weiterhin nahezu täglich zu Angriffen beider Seiten; zudem sind die israelischen Streitkräfte auch mit Bodentruppen im Südlibanon aktiv.
Der Libanon selbst ist offiziell keine Konfliktpartei. Mit dem Vorstoß zielen die USA nach eigener Darstellung auf eine diplomatische Öffnung, die Stabilität und staatliche Kontrolle im Libanon stärken soll. Ob und wann es zu einem solchen Spitzentreffen kommt, blieb in der Mitteilung offen.
