US-Strafzölle von 39% treffen Nidwalden und Neuenburg am härtesten

Nidwalden und Neuenburg bekommen die neuen US-Strafzölle besonders zu spüren. Weil beide Kantone prozentual am meisten in die USA exportieren, trifft sie der von US-Präsident Donald Trump verhängte Strafzoll von 39 Prozent am stärksten, wie eine heute veröffentlichte Studie der UBS festhält.
In Nidwalden gehen 44 Prozent der Exportgüter an Kunden in den USA, in Neuenburg sind es 38 Prozent. Zum Vergleich: Schweizweit werden 19 Prozent der Exporte in die USA verschifft. Die Schweiz als kleine, stark exportorientierte Volkswirtschaft gilt insgesamt als anfällig für den wiedererstarkenden Protektionismus.
Gleichzeitig variiert die Exportintensität – der Anteil der Warenexporte an der Wirtschaftsleistung – deutlich zwischen den Kantonen. Die UBS-Analyse zeigt auch: Kantone mit grossem Dienstleistungssektor wie Zürich, Genf, Zug und Basel-Stadt scheinen gegenüber den US-Strafzöllen besser gewappnet.
Zudem liefern 16 von 26 Kantonen mehr als die Hälfte ihrer Exportgüter in die EU – ein Faktor, der die Abhängigkeit vom US-Geschäft mindern kann. Die ökonomischen Folgen könnten den Arbeitsmarkt erreichen. Laut UBS könnte der Zollschock in der Schweiz bis zu 20'000 Stellen kosten.
Im Einklang damit erwartet das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) eine leicht höhere Arbeitslosigkeit als bisher angenommen: Die Bundesökonominnen rechnen damit, dass die Quote bis 2026 auf 3.3 Prozent anzieht. Aktuell liegt sie bei 2.7 Prozent. Der jüngste Zollschritt reiht sich in eine global protektionistische Tendenz ein.
Gemäss Global Trade Alert wurden 2024 weltweit 2300 neue Handelshemmnisse registriert – zehnmal mehr als 2010. Seit Anfang August gelten die von Donald Trump verhängten Zölle weltweit. Wie stark die Belastung einzelne Kantone trifft, hängt nun von ihrer Branchenstruktur und den Absatzmärkten ab – mit Nidwalden und Neuenburg an der Spitze der Risiko-Skala.
