Umfrage: Mehrheit sieht Regierungskompromisse als „kleinsten gemeinsamen Nenner“
Eine neue Online-Umfrage von Peter Hajek Public Opinion Strategies im Auftrag von ATV zeichnet ein kritisches Bild der Kompromissfähigkeit der österreichischen Bundesregierung. Eine klare Mehrheit von 51 Prozent der Befragten meint, die Regierung finde eher schlechte Kompromisse, die nur den kleinsten gemeinsamen Nenner darstellen.
Lediglich 11 Prozent sehen gute und tragfähige Kompromisse, die Probleme lösen. 33 Prozent antworteten mit „teils/teils“, 5 Prozent gaben keine Einschätzung ab. Erhoben wurde vom 4. bis 7. Mai 2026 mittels Online-Befragung unter 500 wahlberechtigten Österreicherinnen und Österreichern.
Gefragt wurde: „Welche Aussage trifft Ihrer Meinung nach eher auf die österreichische Bundesregierung zu?“ Nach Parteipräferenz zeigen sich deutliche Unterschiede. Wählerinnen und Wähler von ÖVP, SPÖ, NEOS und Grünen weisen ein ähnliches Antwortmuster auf: Der Anteil derjenigen, die „teils/teils“ sagen, liegt in allen vier Gruppen hoch (NEOS: 63 Prozent, SPÖ: 58 Prozent, ÖVP: 53 Prozent, Grüne: 49 Prozent).
Die Zustimmung, dass die Regierung gute und tragfähige Kompromisse findet, bleibt in allen Gruppen eine Minderheitsposition (ÖVP: 29 Prozent, Grüne: 25 Prozent, SPÖ: 24 Prozent, NEOS: 16 Prozent). Unter FPÖ-Wählerinnen und -Wählern dominiert hingegen eine klar negative Sicht: 83 Prozent bewerten die Kompromisse der Bundesregierung als schlecht.
Meinungsforscher Peter Hajek kommentiert: „In dieser Frage zeigt sich wieder einmal die klare Abgrenzung der freiheitlichen Wählerschaft zum restlichen österreichischen Wählerpool. Aber auch die anderen Wählerinnen und Wähler geben der Bundesregierung maximal ein ‚Bemüht‘.“
