Ukraine greift erneut Ostseehafen Primorsk an – Moskau meldet Hunderte abgefangene Drohnen

Erneut hat die Ukraine in der Nacht den russischen Ostseehafen Primorsk mit Drohnen attackiert. Bei der Abwehr der Angriffe brach nach Angaben des Gouverneurs der Region Leningrad ein Feuer aus, dessen Folgen inzwischen beseitigt worden seien. Ölprodukte seien nicht ausgelaufen, hieß es.
Laut den regionalen Behörden wurden über dem Gebiet, das die Millionenstadt St. Petersburg umgibt, mehr als 60 Drohnen abgeschossen. Das unabhängige Portal Astra berichtete unter Verweis auf die Auswertung von Satellitenbildern, wohl seien das Ölterminal selbst und ein Flugabwehrsystem vom Typ Pantsir getroffen worden.
Über das Ausmaß der Schäden lagen zunächst keine Angaben vor. Parallel dazu meldeten andere Medien Drohnenangriffe auf die südrussische Hafenstadt Noworossijsk. Demnach seien zwei Tanker der russischen „Schattenflotte“ getroffen worden. Offiziell bestätigt wurden diese Berichte bislang nicht.
Das russische Verteidigungsministerium erklärte, über Nacht seien 334 ukrainische Drohnen in rund 15 Regionen abgefangen und zerstört worden. Bei gegenseitigen Drohnenangriffen wurden nach vorliegenden Berichten mindestens vier Menschen in der Ukraine und in Russland getötet.
An der Front berichten beide Seiten von Geländegewinnen. Nach ukrainischen Angaben rücken russische Truppen auf die Stadt Kostjantyniwka in der ostukrainischen Region Donezk vor. Die Stadt ist Teil eines stark befestigten Verteidigungsgürtels der ukrainischen Armee.
Das russische Verteidigungsministerium meldete am Mittwoch die Einnahme des nördlich gelegenen Ortes Nowodmytriwka; zudem erklärte Moskau, das Dorf Myropillja in der Region Sumy erobert zu haben. Die ukrainische Armee wies dies als „komplette Lüge“ zurück. Die jeweiligen Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
