U17-WM-Euphorie in Österreich: Finaleinzug entfacht Ruf nach Umdenken bei Bundesligaklubs
Österreichs U17-Nationalteam hat bei der WM in Katar eine landesweite Euphorie entfacht. Das Finale gegen Portugal steht morgen an, die jungen Kicker sind auf Titelseiten präsent, erzielten auf ORF 1 über 30 Prozent Marktanteil und schafften es bis in die Weltnachrichten.
Die Begeisterung reicht bis in die Lokalszene: Eine Bar in Klosterneuburg kündigte auf Instagram eine spontane WM-Party an. Public Viewing beim Nachwuchsfußball – ein Novum. Für viele wirkt der Lauf der „Wunderknaben“ wie ein Fußball-Märchen. Sportlich ist es ein historischer Erfolg.
Was andere Teenager auf der Playstation erleben, wurde für die rot-weiß-roten Nachwuchsstars Realität: Noch nie zuvor hatte eine österreichische Jugendmannschaft ein WM-Endspiel erreicht. Unter Trainer Hermann Stadler siegte das Team siebenmal bei dieser WM-Endrunde – getragen von Teamspirit, mentaler Stärke und Effizienz vor dem Tor.
Goalgetter Johannes Moser und Co. leben ihren Kindheitstraum. Bereits im Vorjahr schaffte der 2007er-Jahrgang bei der EM auf Zypern das Viertelfinale, nun überstrahlen die 2008er alles in Katar. An Talenten mangelt es nicht. Damit wächst auch der Druck auf die heimischen Profiklubs.
Vielleicht sollte bei einigen Bundesligaklubs langsam ein Umdenken erfolgen: Teile der Zeit, die in das Scouting und Engagement von Legionären investiert wird, könnten in Konzepte fließen, wie aufstrebende Spieler aus den eigenen Reihen besser an die Profis herangeführt werden.
Wenn nicht Finalisten einer WM die Chance bekommen, wer eigentlich dann?
