Trump greift «Papst Leo XIV.» an und zeigt sich als Jesus – Schweizer Community gespalten

Donald Trump hat auf Truth Social «Papst Leo XIV.» als «schrecklich» in der Aussenpolitik bezeichnet – und rund 40 Minuten später ein KI-generiertes Bild veröffentlicht, das ihn als Jesus zeigt. Der Doppelpost löste in den USA, in Rom und auch in der Schweiz heftige Debatten aus.
In der Kommentarspalte einer Schweizer Newsplattform reagierten viele Nutzerinnen und Nutzer fassungslos. Mehrere Stimmen – auch von nicht religiösen Usern – nannten den Schritt «drüber» und warfen Trump Selbstverherrlichung vor. Andere deuteten sein Auftreten als Zeichen von Grössenwahn oder fehlender Zurechnungsfähigkeit und warnten, eine solche Inszenierung sei gefährlich bei jemandem mit politischem Einfluss.
Einige fragten, wie ultrareligiöse Anhänger in den USA reagieren würden; eine Nutzerin verwies auf die mehr als 70 Millionen Katholikinnen und Katholiken in den Vereinigten Staaten. Wieder andere interpretierten den Post als gezielte Ansprache religiöser Milieus, insbesondere evangelikaler Gruppen, ohne deren Unterstützung Trump aus Sicht dieser Kommentierenden kaum Chancen habe.
14 Prozent der ausgewerteten Kommentare bezeichneten das KI-Jesus-Bild als «blasphemisch und respektlos». «Absolute Blasphemie», schrieb ein Nutzer, eine andere sprach von einer «Beleidigung gegenüber dem Christentum». 17 Prozent reagierten mit Spott und Ironie auf Trumps Selbstinszenierung.
Sie sprachen von einer Clownshow, verspotteten den vermeintlichen Personenkult und forderten politische Konsequenzen. Häufig wurde die Frage gestellt, warum Institutionen, Partei oder Umfeld ihn nicht bremsen oder ablösen. Ein kleinerer Teil stellte sich gegen die Empörung.
Diese Kommentare vermuteten eher eine Kampagne gegen Trump oder sahen in dem Motiv keine Gleichsetzung mit Jesus, sondern eine Fehlinterpretation des Bildes. Die Auswertung der Kommentare spiegelt die Ansichten der Kommentierenden wider; Auswahl und grafische Kategorisierung erfolgten mithilfe künstlicher Intelligenz, um grosse Datenmengen zu verarbeiten.
Klar ist: Die Grenze zwischen politischer Provokation und Respekt vor religiösen Symbolen bleibt umstritten – und sorgt weiterhin für Zündstoff.
