Trotz Differenzen: Trump und Lula zeigen sich nach Treffen in Washington zufrieden

Trotz deutlicher politischer Differenzen haben sich US-Präsident Donald Trump und Brasiliens linksgerichteter Staatschef Luiz Inacio Lula da Silva nach ihrem Treffen in Washington zufrieden gezeigt. Die Begegnung im Weißen Haus fand anders als erwartet hinter verschlossenen Türen statt.
Trump schrieb gestern (Ortszeit) in seinem Onlinedienst Truth Social, das Gespräch sei „sehr gut verlaufen“. Es sei vor allem um Zölle gegangen, so der 79-jährige US-Präsident. Zudem bezeichnete er den 80 Jahre alten Lula als „sehr dynamisch“. Auch Lula sprach von einer positiven Unterredung.
Er sei „sehr, sehr zufrieden“ und halte das Treffen für „sehr wichtig“ für Brasilien und die Vereinigten Staaten, sagte er auf einer Pressekonferenz. Brasilianischen Medien zufolge wollte Lula mit dem US-Präsidenten über eine Normalisierung der bilateralen Beziehungen sprechen.
In zentralen Fragen vertreten beide jedoch unterschiedliche Positionen, darunter beim Klimawandel, beim Multilateralismus und beim Welthandel. Trump gilt zudem als Verbündeter des früheren ultrarechten brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro. Dessen Sohn Flavio gilt als Hauptkonkurrent Lulas bei der Präsidentenwahl im Oktober.
Mit Blick auf die Wahl sagte Lula, er glaube nicht, dass Trump „den geringsten Einfluss auf die brasilianische Wahl“ haben werde. Er erwarte, dass sich Trump „wie ein Präsident der USA verhalten“ und die Brasilianer selbst über ihr Schicksal entscheiden lassen werde.
Lula betonte laut anwesenden Journalisten außerdem, Trump habe ihm versichert, nicht in Kuba einmarschieren zu wollen. Er wertete das als „großartiges Zeichen“, da sich Kuba dem Dialog geöffnet habe.
