Steigende Energiepreise: Frühe Umsteiger in Niedersachsen profitieren von Solarstrom und E-Bussen

Die anziehenden Öl- und Gaspreise belasten viele Haushalte. In Niedersachsen zeigt sich zugleich, wie sehr frühe Investitionen in erneuerbare Energien den Geldbeutel entlasten können – und wie Kommunen den Wandel vorantreiben. Henner und Dorothea Lesemann aus Osnabrück haben ihre Energieversorgung schon vor Jahren umgestellt, aus Sorge um Umwelt und Klima.
Auf dem Dach produziert eine Photovoltaikanlage Strom, der auch das eigene E‑Auto versorgt. „Es ist toll, das in eigener Hand zu haben“, sagt Henner Lesemann. Rund 35.000 Euro investierte das Paar damals in Solaranlage und Batteriespeicher – ohne Förderung. Auch in der Gemeinde Bissendorf im Landkreis Osnabrück setzen viele auf Sonnenenergie.
Die Kommune unterstützt Klimaschutzmaßnahmen mit Zuschüssen für Batteriespeicher und Balkonkraftwerke. Die Nachfrage ist hoch: Laut Gemeinde waren die Fördermittel für Batteriespeicher für das gesamte Jahr binnen zwölf Minuten vergeben. Der Bissendorfer Dieter Schleibaum erhielt einen Zuschuss; sein Balkonkraftwerk kostete inklusive Montage auf dem Dach rund 1.900 Euro, die Gemeinde steuerte einmalig 200 Euro bei.
Er schätzt, künftig weitere 200 Euro Stromkosten pro Jahr einzusparen – die Investition dürfte sich damit bald amortisieren. Osnabrück setzt parallel auf klimafreundlichen Nahverkehr. Seit 2019 bauen die Stadtwerke ihre E‑Bus-Flotte aus; heute, sechs Jahre später, sind 81 der 86 Busse rein elektrisch unterwegs.
Mit 94 Prozent hat die Stadt nach eigenen Angaben die höchste E‑Bus-Quote Deutschlands. Die Stadtwerke verweisen darauf, dass sie sich mit dem Kurs in den aktuellen Krisenzeiten bestätigt sehen: Diese zeigten, wie wichtig es sei, fossile Energieträger und Lieferketten kritisch zu prüfen.
Die Beispiele aus der Region verdeutlichen: Frühzeitige Umrüstung und kommunale Förderung können gestiegene Energiepreise abfedern – und den Ausbau der Erneuerbaren spürbar beschleunigen.
