Spirit Airlines stellt Betrieb mit sofortiger Wirkung ein

Die insolvente US-Billigfluggesellschaft Spirit Airlines hat ihre Rettung aufgegeben und den gesamten Betrieb mit sofortiger Wirkung eingestellt. „Spirit stellt den gesamten Betrieb ein“, hieß es am Samstag in einer Mitteilung. Nach 34 Jahren habe die „geordnete Einstellung“ des Flugbetriebs begonnen.
Alle Flüge sind gestrichen, der Kundenservice ist nicht länger erreichbar. US-Medien berichteten von Tausenden Passagieren, die an Flughäfen festsaßen. Die Pleite gilt als die größte einer Airline seit Jahren. Als Hauptgrund werden im Zuge des Iran-Krieges stark gestiegene Kerosinpreise genannt.
Nach Angaben von CNN sind rund 17.000 Arbeitsplätze betroffen. Millionen Passagiere bleiben auf bereits gekauften Tickets sitzen. Spirit hatte dem Sender zufolge allein im Mai noch 9.000 Flüge geplant – insgesamt 1,8 Millionen Sitzplätze, im Schnitt etwa 300 Flüge und 60.000 potenzielle Passagiere pro Tag.
Gemessen an der Zahl der angebotenen Sitze war Spirit im Jahr 2025 die achtgrößte US-Fluggesellschaft. Die Airline galt als Pionier extrem niedriger Grundtarife und berechnete Zusatzgebühren etwa für Handgepäck – ein Modell, das laut CNN den Preisdruck auf die Konkurrenz erhöhte.
Spirit befand sich seit August vergangenen Jahres bereits im zweiten Insolvenzverfahren binnen kurzer Zeit. Ursprünglich wollte das Unternehmen dieses im Sommer mit deutlich niedrigeren Schulden verlassen. Der Plan scheiterte laut Darstellung des Unternehmens an den plötzlich und anhaltend steigenden Treibstoffkosten: Bis Ende April verdoppelten sie sich auf rund 1,19 Dollar pro Liter und machten die Kalkulationen zunichte.
Unternehmenschef Dave Davis erklärte, man habe mit den Anteilseignern eine Vereinbarung über einen Restrukturierungsplan erzielt, die den Weiterbetrieb ermöglicht hätte. Der „plötzliche und anhaltende Anstieg der Treibstoffpreise in den vergangenen Wochen“ habe Spirit „keine andere Möglichkeit“ gelassen, als den Betrieb einzustellen.
Für einen Fortbetrieb wären „Hunderte Millionen Dollar zusätzlich“ nötig gewesen, die das Unternehmen nicht habe. US-Berichten zufolge gab es in der Nacht auf Samstag einen letzten Rettungsversuch, doch eine dafür anberaumte Vorstandssitzung endete ohne Einigung.
Nach Angaben zweier mit der Sache vertrauter Personen, die nach dem Abbruch der Sitzung mit Reuters sprachen, wird Spirit die Flüge stoppen, Flugzeuge zur Rückgabe verlegen und die Belegschaft nach Hause schicken. Der US-Verkehrsminister Sean Duffy sagte Reuters, er habe versucht, andere Fluggesellschaften zum Kauf von Spirit zu bewegen, jedoch vergeblich.
„Was sollte jemand kaufen?“, wurde er zitiert. Laut Medienberichten stand zuletzt auch eine Finanzspritze von rund 500 Millionen US-Dollar im Raum, nach der die US-Regierung einen Anteil von bis zu 90 Prozent an Spirit hätte erhalten können. US-Präsident Donald Trump betonte, der Staat solle als vorrangiger Gläubiger behandelt werden.
Andere Geldgeber lehnten Agenturmeldungen zufolge die dafür vorgesehenen Konditionen ab. Mit der Einstellung des Betriebs beginnt die Abwicklung: Maschinen werden für die Rückgabe umpositioniert, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden nach Hause geschickt. Was mit bestehenden Tickets geschieht und wie betroffene Passagiere entschädigt werden, blieb zunächst offen.
