SMI schliesst 1,8% höher: Richemont und Holcim führen – Alcon fällt zweistellig, Ölpreis bricht ein

Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Mittwoch mit klaren Gewinnen beendet. Der Swiss Market Index (SMI) schloss 1,8 Prozent höher bei 13'283 Punkten. Die Schwergewichte Novartis (+1,9%), Roche (+1,2%) und Nestlé (+0,9%) lagen sämtlich im Plus. Die anfänglichen Zuwächse baute der Leitindex im Verlauf stetig aus, ehe er kurz vor Mittag nochmals deutlich zulegte.
Unter den Einzeltiteln setzten sich Richemont mit einem Plus von 6,2 Prozent an die Spitze. Auch konjunktursensible und baunahe Werte legten an: Holcim stiegen um 4,3 Prozent, Sika um 3,3 Prozent und Geberit um 1,9 Prozent. Kühne+Nagel gewannen 3,0 Prozent und profitierten zusätzlich von einer Hochstufung auf «Buy» durch Jefferies.
Im SLI belegten Sonova mit +5,0 Prozent den Spitzenplatz, gestützt von starken Quartalszahlen des italienischen Konkurrenten Amplifon, der über beschleunigtes organisches Wachstum und eine deutliche Margenverbesserung berichtete. Gegen den positiven Trend brachen Alcon nach Zahlen um 11 Prozent ein und setzten den seit Jahresbeginn anhaltenden Abwärtstrend fort.
Die Aktie fiel auf ein Sechsjahrestief. Erste Analystenkommentare fielen gemischt aus: Während einige die Ergebnisse zum ersten Quartal positiv beurteilten, verwies die Bank Vontobel auf anhaltenden Wettbewerbsdruck im Implantate-Geschäft. Logitech gaben nach volatilem Verlauf um 0,4 Prozent nach.
Trotz besser als erwarteter Resultate nannten Analysten Unsicherheiten wegen des Nahostkonflikts sowie Gewinnmitnahmen nach dem Kursanstieg seit Mitte Februar. Im breiten Markt ragten Huber+Suhner mit einem Kurssprung von 18 Prozent auf 271 Franken heraus. Rückenwind kam von besser als erwarteten Zahlen des US-Mitbewerbers Lumentum sowie einer deutlichen Kurszielanhebung der UBS auf 320 von 230 Franken.
Am Rohölmarkt gerieten die Preise deutlich unter Druck. Anzeichen für eine Entspannung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran liessen die Notierungen stark sinken. Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juli kostete zuletzt 102,73 US‑Dollar, ein Rückgang von 6,49 Prozent gegenüber dem Vortag.
Auch die US-Börsen starteten freundlich. Der Dow Jones Industrial legte im frühen Handel um 0,9 Prozent auf 49'759 Punkte zu. Der marktbreite S&P 500 stieg um 0,8 Prozent auf 7'318 Zähler und markierte erneut ein Rekordhoch. Der Nasdaq 100 gewann 1,2 Prozent auf 28'359 Punkte, ebenfalls auf einem weiteren Höchststand.
Deutlich fallende Ölpreise im Zuge weiterer Entspannungssignale im Nahost‑Konflikt sowie abermals aufkommende KI‑Euphorie beflügelten die Kauflaune der Anleger. Insidern zufolge nähern sich die USA und der Iran einem ersten Rahmenabkommen an; die Regierung in Teheran prüfe einen neuen US‑Vorschlag für ein Memorandum, das den Krieg formell beenden solle, hiess es am Mittwoch aus dem Iran.
US‑Präsident Donald Trump setzt in dem Konflikt auf Deeskalation und stellte ein mögliches Ende der Auseinandersetzung in Aussicht.
