Selenskyj trifft Kanzler Merz in Berlin – Ukraine wirbt um weitere deutsche Unterstützung
Mitten im fünften Jahr des russischen Angriffskriegs hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Dienstag in Berlin Bundeskanzler Friedrich Merz zu deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen getroffen. Deutschland zählt zu den wichtigsten Unterstützern der Ukraine, während Kyjiw um zusätzliche Hilfe bei der Abwehr Russlands wirbt.
Parallel dazu führte Verteidigungsminister Boris Pistorius Gespräche mit seinem ukrainischen Amtskollegen Mychajlo Fedorow. Fedorow, der zuvor als Chef für digitale Transformation in der Ukraine bekannt wurde, hat sein neues Ressort im Januar übernommen und gilt als treibende Kraft bei der Weiterentwicklung militärischer Drohnentechnologie.
Auf diplomatischer Ebene haben US-geführte Bemühungen zur Beendigung des Kriegs zuletzt an Schwung verloren, da der Iran-Krieg die Aufmerksamkeit der Trump-Regierung bindet. Gleichwohl sagte Tammy Bruce, die stellvertretende US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, am Montag im Sicherheitsrat, Washington werde weiterhin auf ein „verhandeltes und dauerhaftes Ende“ des Kriegs drängen.
Gleichzeitig verweisen westliche Analysten und Regierungsvertreter darauf, dass die Ukraine in den vergangenen Monaten Gefechtserfolge verzeichnet habe. Demnach gelang es Kyjiw, eine von Russland mit dem Frühlingsbeginn gestartete Offensive zu stören – begünstigt durch trockenere Felder und dichteres Laub, das an den Baumlinien mehr Deckung bietet.
Zudem treffen von der Ukraine entwickelte und produzierte Langstreckendrohnen und -raketen wiederholt Ölanlagen und Fabriken tief im russischen Hinterland. Finnlands Präsident Alexander Stubb sagte am Montag am Brookings Institution in Washington, die Ukraine befinde sich „in einer weitaus besseren Lage als zu irgendeinem Zeitpunkt in diesem furchtbaren Krieg“.
Aus militärischer Sicht liege Kyjiw „vorn“, so Stubb, und verwies darauf, dass die Ukraine im Vormonat mehr Drohnen und Raketen auf Russland abgefeuert habe, als Russland auf die Ukraine. Die Berliner Konsultationen unterstreichen die enge Abstimmung zwischen Kyjiw und einem seiner wichtigsten Partner, während sich der Konflikt weiter hinzieht.
