SDA-Studie zeigt tiefe Einkommen: Scholtemeijer spricht von Transformation statt Erosion
Wenig Lohn, harter Berufseinstieg, hoher Druck für Selbstständige: Die erste Lohn- und Honorarstudie der Swiss Design Association (SDA) zeichnet ein nüchternes Bild der wirtschaftlichen Realität von Designerinnen und Designern in der Schweiz. Co-Präsidentin Isabelle Scholtemeijer hat die Ergebnisse in einem Podcast eingeordnet und spricht von einer Branche im Wandel.
Der Bericht liefert laut SDA erstmals belastbare Zahlen für das Berufsfeld und bestätigt vieles, was viele seit Langem vermuten: Einkommen liegen häufig tief, der Einstieg ins Berufsleben fällt schwer, und insbesondere Selbstständige spüren einen starken wirtschaftlichen Druck.
Zugleich bringt die Erhebung neue Fragen aufs Tableau, darunter ein überdurchschnittlicher Gender Pay Gap sowie die Rolle der Ausbildung für die spätere Positionierung im Markt. Scholtemeijer führt die Befunde auf strukturelle Ursachen und Verschiebungen im Berufsfeld zurück.
Sie vermeidet den Begriff der Erosion und spricht stattdessen von einer Transformation – einem Umbau, der Risiken mit sich bringt, zugleich aber Chancen eröffnet. Dazu zählt sie Möglichkeiten, Geschäftsmodelle neu auszurichten und die eigene Rolle in interdisziplinären Projektstrukturen zu schärfen.
Im Gespräch geht es auch um den langen Weg zur beruflichen Etablierung. Unterschiede zwischen Ausbildungswegen wirken sich laut Scholtemeijer auf Karriereverläufe aus, etwa bei der Geschwindigkeit des Einstiegs oder der Fähigkeit, sich in einem umkämpften Markt zu behaupten.
Die Studie legt nahe, dass Bildungshintergrund, Spezialisierung und Arbeitsform stärker zusammengedacht werden müssen. Abschliessend stellt Scholtemeijer die Frage, wie sich Design künftig positionieren kann – sowohl gegenüber Auftraggebern als auch im öffentlichen Verständnis.
Die Daten der SDA sollen dafür eine Grundlage schaffen: für eine realistischere Einschätzung der Arbeitsbedingungen und für Debatten darüber, wie die Branche auf die laufende Transformation reagieren will.
