Rekordjahr 2025: Ausländische Investoren übernahmen so viele Schweizer KMU wie nie – Europäer dominieren

Noch nie sind so viele Schweizer KMU in ausländische Hände übergegangen wie 2025. Laut einer neuen Auswertung der Beratungsfirma Deloitte wurden im vergangenen Jahr 104 hiesige Unternehmen dieser Grössenklasse von ausländischen Investoren übernommen – ein Plus von 65 Prozent gegenüber 2024 und der höchste Stand seit Beginn der Erhebung 2013.
Deloitte führt die anhaltende Attraktivität der Schweizer KMU unter anderem auf die Vielzahl hochspezialisierter Nischenanbieter zurück, die international konkurrenzfähig sind. Für die Analyse gelten als KMU Firmen mit mehr als 10 Millionen Franken Umsatz und weniger als 250 Angestellten; der Firmenwert liegt zwischen 5 und 500 Millionen Franken.
Solche Unternehmen beschäftigen in der Schweiz zwei Drittel aller Erwerbstätigen. Auffällig ist der geografische Shift bei den Käufern: 2025 stammten vier von fünf Transaktionen aus Europa, während deutlich weniger US-Investoren zuschlugen als in früheren Jahren.
Die Deloitte-Experten führen den Rückgang bei US-Käufen auf den schwachen Dollar und die Trumpsche Zollpolitik zurück, die Auslandsakquisitionen für US-Investoren verteuert habe. Unter den europäischen Erwerbern stellten französische Käufer mit 27 Prozent die grösste Gruppe, gefolgt von deutschen Investoren mit 19 Prozent.
Stark zulegt haben zudem Investoren aus dem restlichen Europa, insbesondere aus nordischen Ländern. Transaktionen verliefen 2025 auch in die Gegenrichtung: Schweizer Käufer erwarben im Ausland 51 Firmen, ein Rückgang um ein Viertel gegenüber 2024. Laut Deloitte bremste die geopolitische Unsicherheit die Akquisitionslust hierzulande und machte Investoren vorsichtiger.
Trotz der regen Übernahmetätigkeit bleibt die KMU-Landschaft breit: In der Schweiz existieren derzeit 620'000 KMU, und es entstehen laufend neue Unternehmen.
