Reality-Star Santiago Martínez zu 15 Jahren Haft verurteilt

Der «Love Is Blind»-Teilnehmer Santiago Martínez wurde wegen versuchten Mordes und Gewalt an seiner Ex-Frau Emily Ceco schuldig gesprochen. Der Reality-Star Santiago Martínez, bekannt aus der argentinischen Ausgabe von «Love Is Blind», muss für 15 Jahre ins Gefängnis.
Ein Gericht sprach ihn wegen versuchten Mordes, mehrfacher Körperverletzung und Freiheitsberaubung schuldig. Martínez hatte seine spätere Ehefrau Emily Ceco 2024 in der Reality-Show kennengelernt. Das Konzept: Die Teilnehmer verlieben sich, ohne sich je gesehen zu haben.
Das Paar verlobte sich und heiratete später standesamtlich. Eine geplante zweite Hochzeitsfeier kam jedoch nie zustande. Im Februar 2025 trennte sich Ceco von Martínez und erhob schwere Vorwürfe: Er habe sie mehrfach körperlich angegriffen. Vor Gericht schilderte Ceco drastische Szenen.
Martínez habe sie gewürgt und mit einem Kissen am Atmen gehindert. «Er hat versucht, mich zu töten», sagte sie mehrfach in einem Interview im argentinischen Fernsehen. Dort trat sie mit sichtbaren Verletzungen auf: ein blaues, geschwollenes Auge sowie Hämatome am Arm.
Aus Angst sei sie schliesslich geflüchtet und habe Anzeige erstattet. Zudem erwirkte sie eine einstweilige Verfügung gegen ihn. Martínez wurde daraufhin auch aus der Show entfernt. Die Vorwürfe führten zu einem Gerichtsverfahren, das nun mit einer Verurteilung endete.
Martínez wurde in allen zentralen Punkten schuldig gesprochen. Nach dem Urteil zeigte sich Ceco erleichtert. «Ich habe sofort geweint. Es fühlte sich an, als hätte ich eine schwere Last abgelegt», sagte sie. Nun könne sie «endlich wieder schlafen und ihr Leben geniessen».
Die Konfrontation mit ihrem Ex-Mann vor Gericht sei für sie extrem belastend gewesen: «Ich hatte grosse Angst. Mein ganzer Körper hat gezittert», erklärte sie. Während seiner Aussage habe sich Martínez entschuldigt und behauptet, er liebe sie noch immer. Auch auf Instagram bedankte sie sich bei Familie und Freunden für die Unterstützung in einer «Zeit voller Angst und Unsicherheit».
Sie betonte, dass sie noch immer heile, sich aber stärker fühle: «Heute beginnt mein Leben neu.» Martínez selbst weist die Anschuldigungen teilweise zurück. Zwar habe er Fehler gemacht und sich entschuldigt, schrieb er in einem inzwischen gelöschten Instagram-Post.
Einen Mordversuch habe es jedoch nie gegeben. Er argumentierte zudem, Experten hätten die Verletzungen als «nicht lebensbedrohlich» eingestuft. Auch habe er seine Ex-Frau nie kontrolliert oder eingesperrt – entsprechende Vorwürfe seien «eine Lüge». Was denkst du über Beziehungen, die in Reality-TV-Shows entstehen?
Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen? Ammar Jusufi (amj), Jahrgang 2001, arbeitet seit November 2024 für 20 Minuten. Nach seinem Praktikum im Ressort Ostschweiz ist er nun Redakteur im Ressort People.
