Randstad-Studie 2026: Mehr Wechselwille, weniger Wechsel – Kepler Universitätsklinikum vorne

Österreicherinnen und Österreicher wollen häufiger den Job wechseln, tun es aber seltener. Diese Schere hat sich im vergangenen Jahr weiter geöffnet – das zeigt die neue Arbeitsmarktstudie „Employer Brand Research 2026“ des Personaldienstleisters Randstad.
Die Befragung kürt zudem die attraktivsten Arbeitgeber des Landes: An der Spitze liegt das Kepler Universitätsklinikum in Linz, gefolgt von Siemens Energy in Wien und AVL List in Graz. Für die repräsentative Studie wurden 4.356 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich zwischen 18 und 65 Jahren befragt.
Die Untersuchung ist Teil einer jährlich in 34 Märkten weltweit durchgeführten Reihe und beleuchtet unter anderem die Einschätzung des aktuellen Arbeitgebers im Vergleich zum Idealbild sowie Gründe für Jobwechsel. Demnach plant inzwischen knapp ein Fünftel (19 %) eine berufliche Neuorientierung im nächsten Halbjahr – zwei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.
Besonders ausgeprägt ist der Wechselwille bei der Generation Z (Jahrgänge 1997–2012): 29 % wollen in den kommenden sechs Monaten den Arbeitgeber wechseln, bei den Babyboomern (Jahrgänge bis 1964) sind es 7 %. Gleichzeitig haben in den vergangenen sechs Monaten insgesamt nur 11 % tatsächlich den Job gewechselt, ein Rückgang um einen Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr.
„Die Absicht, den Arbeitsplatz zu wechseln, ist in Österreich nach wie vor deutlich höher als das tatsächliche Wechselverhalten. Diese Schere ist im vergangenen Jahr noch weiter auseinandergegangen. Das deutet darauf hin, dass der wahrgenommene Mobilitätsdruck stärker ist als die tatsächliche Mobilität“, erklärt Bjørn Toonen, Managing Director von Randstad Österreich.
Zu den wichtigsten Gründen für einen Jobwechsel zählt weiterhin die Bezahlung: 47 % würden ihren Arbeitgeber aufgrund zu geringer Vergütung verlassen. Es folgen ein negatives Arbeitsumfeld (37 %), mangelndes Interesse an der Tätigkeit (32 %) sowie Bedenken hinsichtlich der Work-Life-Balance (30 %).
Letztere wiegt insbesondere bei Jüngeren schwerer: Ein Drittel der jungen Talente würde für eine bessere Vereinbarkeit wechseln, bei älteren Beschäftigten ist es etwa ein Viertel. „Mit dem demographischen Wandel verändern sich auch die Erwartungen, Werte und Wünsche von Arbeitskräften.
Die Bedeutung eines zu geringen Gehalts als Hauptgrund für einen Jobwechsel steigt mit dem Alter, von rund 44 % bei der jüngeren auf rund 52 % bei der älteren Generation. Insgesamt zeigt sich: Mitarbeiter*innenbindung basiert auf einem Zusammenspiel aus attraktiver Vergütung und einer positiven Alltagserfahrung.
Wer die täglichen Arbeitsbedingungen und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben vernachlässigt, riskiert trotz fairer Bezahlung den Verlust von Talenten“, sagt Toonen. Auffällig ist zudem ein Perspektivwechsel bei der Wahl neuer Jobs: Zwar bleibt das Gehalt ein entscheidender Faktor gegen den aktuellen Arbeitgeber, bei den Kriterien für einen neuen Job steht die Bezahlung laut Studie erstmals nicht an erster Stelle.
Die Arbeitgeberrankings der „Employer Brand Research 2026“ setzen damit auch ein Signal: Neben der Vergütung rücken Aspekte wie Arbeitsumfeld und gelebte Vereinbarkeit in den Fokus – Faktoren, die laut den Studienergebnissen für die Bindung und Gewinnung von Talenten an Bedeutung gewinnen.
