Putin beschwört Sieg am 9. Mai – abgespeckte Parade in Moskau, Waffenruhe laut Trump

Mit markigen Worten und einer abgespeckten Schau hat Wladimir Putin den Tag des Sieges begangen. Auf dem Roten Platz in Moskau beschwor der russische Präsident den Triumph im Krieg gegen die Ukraine, während die Militärparade ohne die sonst zur Schau gestellten Panzer und Raketen auskommen musste.
„Ich bin fest davon überzeugt: Unsere Sache ist gerecht, wir stehen zusammen, der Sieg war immer und wird immer auf unserer Seite sein“, sagte Putin in scharfem Ton. Er erklärte, die russischen Streitkräfte würden in ihrem Einsatz in der Ukraine von der „Generation der Sieger“ des Zweiten Weltkriegs inspiriert.
Russland stelle sich einer „aggressiven Macht“ entgegen, die vom gesamten NATO-Block bewaffnet und unterstützt werde, behauptete er. Trotz westlicher Hilfe für Kiew „marschieren unsere Helden vorwärts“, so Putin weiter. Die Ukraine erhält in ihrem Abwehrkampf maßgebliche Unterstützung von NATO-Staaten, darunter vor allem Deutschland; die Frontlage gilt seit Monaten als festgefahren.
Die Parade selbst fiel kleiner aus als üblich. Aus Angst vor ukrainischen Drohnenangriffen verzichteten die Organisatoren auf die Präsentation schwerer Waffen. Stattdessen wurden Videoeinspielungen aus Kampfeinsätzen in der Ukraine gezeigt. Nach einer Schweigeminute, in der Putin ausführlich an den Sieg der Roten Armee im Großen Vaterländischen Krieg erinnerte, gratulierte er auf dem Platz einzelnen Veteranen per Handschlag.
Den Abschluss bildete eine Staffel Kampfflugzeuge, die die Farben der russischen Flagge an den Moskauer Himmel zeichnete. Putin bezeichnete den Tag als 81. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs. Parallel dazu verkündete US-Präsident Donald Trump in Washington eine von den USA vermittelte, dreitägige Waffenruhe bis zum 11.
Mai. Nach seinen Angaben hätten Putin und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj der Feuerpause zugestimmt. Beide Seiten wollten jeweils 1.000 Kriegsgefangene austauschen, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social, verbunden mit der Hoffnung, dies könne „der Anfang vom Ende“ eines sehr langen und blutigen Kriegs sein.
Die Gespräche über ein Kriegsende „des größten seit dem Zweiten Weltkrieg“ gingen demnach weiter. Zuvor hatte Moskau bereits ab Freitag einseitig eine Feuerpause ausgerufen. Nach ukrainischer Darstellung griff die russische Armee dennoch weiter an, weshalb Selenskyj zunächst keinen Anlass sah, die Waffen schweigen zu lassen; beide Seiten meldeten Drohnenangriffe.
Trumps Waffenruhe trat um 0.00 Uhr Ortszeit am Samstag in Moskau und Kiew (Freitag, 23.00 Uhr MESZ) in Kraft. Bis zum Morgen berichtete zunächst keine der beiden Seiten über Verstöße. Selenskyj begründete seine Haltung nach eigenen Angaben vor allem mit dem geplanten Gefangenenaustausch.
Ungeachtet der Beschwörungen aus dem Kreml ist weiterhin nicht in Sicht, dass Putin seine Kriegsziele in der Ukraine erreicht. Die abgespeckte Inszenierung auf dem Roten Platz spiegelte für viele Beobachter die Lage an der Front wider. Im Fokus steht nun, ob die Feuerpause bis zum 11.
Mai hält und der angekündigte Austausch von Gefangenen tatsächlich zustande kommt.
