Polizeiliche Kriminalstatistik: Weniger Straftaten 2025 – Sexualdelikte und Tötungen nehmen zu

Deutschland hat 2025 insgesamt weniger Straftaten verzeichnet, zugleich aber mehr Sexual- und Tötungsdelikte. Laut der am Montag veröffentlichten Polizeilichen Kriminalstatistik wurden im vergangenen Jahr 5.508.559 Straftaten registriert – 5,6 Prozent weniger als 2024.
Die Aufklärungsquote lag mit 57,9 Prozent nahezu auf Vorjahresniveau (58,0 Prozent). Gegen den rückläufigen Trend stiegen die Sexualdelikte deutlich: Erfasst wurden fast 14.500 Fälle von Vergewaltigung, sexueller Nötigung und sexuellen Übergriffen im besonders schweren Fall, ein Plus von 8,5 Prozent.
Der Präsident des Bundeskriminalamts, Holger Münch, sagte, der Anstieg sei vermutlich auch auf eine gestiegene Anzeigebereitschaft zurückzuführen. In rund drei Vierteln der Fälle kannten sich Opfer und Täter zuvor.
Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Andy Grote, betonte mit Blick auf die Gesamtentwicklung, Deutschland sei über Jahrzehnte immer sicherer geworden, räumte jedoch ein, dass Frauen sich bei Sexualstraftaten nicht so sicher fühlen könnten, wie es wünschenswert wäre.
Bei Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen verzeichnete die Statistik einen Anstieg um 8,4 Prozent. Besonders ins Gewicht fällt ein Berliner Komplex: 79 der erfassten Mordfälle seien einem Verfahren zuzurechnen, in dem ein ehemaliger Palliativmediziner im Verdacht steht, in einer Serie schwer kranke Menschen getötet zu haben.
Auch bei Computer- und Leistungsbetrug sowie bei Wohnungseinbrüchen gab es Zuwächse. Rückläufig waren hingegen Raub und räuberische Erpressung sowie Diebstahlsdelikte. Die Zahl unerlaubter Einreisen sank um 27,5 Prozent, die unerlaubter Aufenthalte um 31,3 Prozent.
Die geringere Zahl unerlaubter Einreisen – zurückgeführt auf intensivierte Grenzkontrollen und Veränderungen bei Fluchtursachen, etwa den Machtwechsel in Syrien – führte zu einem Rückgang der Verstöße gegen das Aufenthalts-, Asyl- und EU-Freizügigkeitsgesetz um über 28 Prozent.
Deutlich weniger Rauschgiftdelikte wurden erfasst: minus 27,7 Prozent. Behörden führen dies auch auf die Teillegalisierung des Besitzes und Anbaus von Cannabis sowie daraus hergestellter Produkte zurück; eine Vergleichbarkeit der Zahlen mit Vorjahren sei daher nur eingeschränkt gegeben.
Zuwächse meldet die Statistik hingegen bei sogenannten Neuen Psychoaktiven Substanzen (plus 25,5 Prozent) und bei der Verbreitung, dem Erwerb, Besitz und der Herstellung jugendpornografischer Inhalte (plus 19,9 Prozent). Die Polizeiliche Kriminalstatistik wird jährlich auf Basis der Daten der 16 Landeskriminalämter erstellt.
Regional meldeten die Behörden teils deutliche Rückgänge: In Sachsen wurden 2025 weniger Straftaten erfasst als im Vorjahr, besonders bei Diebstählen aus Autos und bei Rauschgiftdelikten.
