Polizeiliche Kriminalstatistik 2025: Straftaten minus 5,6 Prozent, mehr Sexualdelikte

Deutschland hat 2025 weniger Straftaten erfasst – doch nicht in allen Bereichen. Laut der heute vorgestellten Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) registrierte die Polizei rund 5,5 Millionen Delikte, ein Rückgang um 5,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zugleich stiegen die Zahlen bei Sexualdelikten.
Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) führte den Rückgang unter anderem auf die Cannabis-Teillegalisierung zurück. Auch Gewaltkriminalität ging zurück: Die Polizei verzeichnete 212.300 Gewalttaten, das sind 2,3 Prozent weniger als 2024. Bei Diebstählen meldet die PKS ebenfalls ein Minus von 6,5 Prozent.
Gegenläufig ist die Entwicklung bei Sexualstraftaten. Die Zahl von Vergewaltigungen, sexueller Nötigung und sexuellen Übergriffen im besonders schweren Fall stieg auf 14.454, ein Plus von 8,5 Prozent. Nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) sind die Tatverdächtigen bei Vergewaltigungen überwiegend Freunde oder Bekannte sowie (ehemalige) Partner; 98,6 Prozent sind männlich.
BKA-Präsident Holger Münch sagte, der Anstieg sei vermutlich auch auf eine gestiegene Anzeigebereitschaft zurückzuführen. Deutlich mehr Fälle weist die Statistik beim Erwerb, Besitz und der Herstellung jugendpornografischer Inhalte aus. Auch bei Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen registrierte die PKS einen Anstieg um 6,5 Prozent.
Mehr erfasste Straftaten gibt es zudem beim Wohnungseinbruchdiebstahl sowie bei Computer- und Leistungsbetrug. Dobrindt kündigte an, die Ermittlungsbefugnisse der Polizei deutlich ausbauen zu wollen. Insbesondere die Analyse großer Datenmengen mithilfe Künstlicher Intelligenz soll ermöglicht werden.
Die PKS bildet Entwicklungen bei Straftaten ab, die der Polizei bekannt werden, und zeigt ausgewählte Kriminalitätsbereiche. Verkehrsdelikte sowie Finanz- und Steuerdelikte sind darin nicht enthalten. Die Auswertung im vergangenen Jahr hatte noch einen Anstieg der Gewaltdelikte gezeigt: Mit mehr als 217.000 Gewalttaten bundesweit wurde damals der höchste Stand seit 2007 erreicht.
Seit Jahren steht die PKS in der Kritik, weil sie lediglich das sogenannte Hellfeld erfasst – also angezeigte Taten. Kriminologen verweisen darauf, dass insbesondere Taten wie sexuelle Belästigung oder sexuelle Gewalt gegen Kinder aus Scham oder Abhängigkeitsverhältnissen häufig gar nicht oder erst Jahre später angezeigt werden.
Diese Dunkelfeldtaten fehlen in der PKS. Zudem bildet die Statistik erfasste Straftaten ab, nicht die Verurteilungen. Das kann irreführend sein, denn insgesamt werden nur ungefähr 30 Prozent aller Tatverdächtigen auch verurteilt.
