PETA fordert: Pfarrer sollen an Ostern keine Eier mehr segnen
In vielen katholischen Gegenden ist es am Ostersonntag Brauch, Eier und andere Lebensmittel zu segnen (Archivfoto) Berlin – Ei-weh, das gibt vermutlich Ärger bei den Katholiken! Die Tierrechtsorganisation PETA hat am Freitag die deutschen Bischöfe dazu aufgerufen, in ihren Diözesen nicht veganen Lebensmitteln den traditionellen Ostersegen zu verweigern.
Bei Christen gilt das Ei als Symbol für die Auferstehung Christi und das Leben an sich. Bei Katholiken und Orthodoxen gibt es an Ostern den Brauch, Eier und andere Lebensmittel, die zum Fest verzehrt werden, in der Kirche durch den Priester segnen zu lassen. Jetzt läuft die Tierrechtsorganisation PETA Sturm gegen diese christliche Tradition: Die Pfarrer sollen nur noch vegane Speisen segnen.
Eier gehören nicht dazu. BILD fragte bei PETA nach, ob es sich bei der Mitteilung kurz vor dem 1. April vielleicht um einen Scherz handelt. PETA dementiert dies. PETA-Mitarbeiter setzen sich in spektakulären Aktionen, wie hier bei einer Anti-Eier-Demo in Stuttgart, gegen Massentierhaltung und Schlachtung ein PETA-Sprecherin Julia Weibel zu BILD: „Wir fordern sie (die Bistümer, Anmerk.
d. Red.) öffentlich dazu auf, dieses Ritual im Abgleich mit den christlichen Werten der Kirche zu reflektieren und künftig nur noch pflanzliche Produkte zu segnen. Tradition kann niemals Tierleid rechtfertigen.“ Stattdessen empfiehlt die PETA-Sprecherin, Eier etwa aus Holz oder Ton oder „eiförmige Steine“ in die Kirchen mitzunehmen.
Oder Osterlämmer, die aus veganen Zutaten gebacken wurden. „Bei dieser Segnung soll zudem dafür gedankt werden, dass Gott den Gläubigen immer wieder neu das Leben schenkt – tierische Produkte sind allerdings mit Leid und Tod verbunden“, heißt es in einer Erklärung von PETA.
„ Pflanzliche Produkte wie regionales Obst und Gemüse, Brot, Meerrettich oder ein vegan gebackenes Osterlamm dagegen würden zeigen, dass die Kirche Nächstenliebe auch auf die ausgebeuteten Tiere in den Ställen ausweitet.“ Die von BILD befragten Bistümer scheinen die Forderung nicht sonderlich ernst zu nehmen.
Mehrere antworteten schlicht: „Wir werden uns dazu nicht äußern.“ Trotzdem wird das Thema in Kirchenkreisen zumindest diskutiert. Ein süddeutscher Bistumsmitarbeiter zu BILD: „Woher sollen wir denn wissen, ob ein Osterbrot vegan gebacken wurde oder nicht?“ Haben Sie Fehler entdeckt?
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