OEB 2026 rückt „Souveränität“ im Lernen in den Fokus – Call for Proposals gestartet

Mit dem Aufkommen intelligenter Systeme verschieben sich die Grundlagen von Expertise und Wissensprüfung – und damit die Spielregeln für Schulen, Hochschulen und Weiterbildung. Die OEB 2026 setzt deshalb unter dem Leitthema „Sovereign Learning: Trust, Agency & the Education Reset“ einen Schwerpunkt auf die Souveränitätsfrage in Lernsystemen und hat ihren Call for Proposals eröffnet.
In Berlin sollen Führungspersönlichkeiten aus Bildung, Wirtschaft und öffentlichem Sektor diskutieren, wie sich KI in Bildungsprozesse einfügen lässt, ohne menschliches Urteil, institutionelle Autonomie und gesellschaftliches Vertrauen zu schwächen. „KI verändert die Bedingungen, unter denen Wissen entsteht und validiert wird“, sagt Rebecca Stromeyer, Conference Chair der OEB.
„Die entscheidende Frage ist nicht, ob Bildung intelligente Systeme nutzt, sondern ob wir Lernprozesse so gestalten, dass sie menschliche Handlungsfähigkeit und gesellschaftliches Vertrauen stärken, statt langfristige Abhängigkeiten zu erzeugen.“ Hintergrund ist eine Beschleunigung des Wandels in Berufsfeldern, die Curricula überholt und Leistungsnachweise stärker an realer Anwendung ausrichtet.
Damit rücken Governance, Leistungsbewertung, Beschaffung, Datenkontrolle und institutionelle Resilienz in den Vordergrund. Digitale und KI-Kompetenzen gelten zunehmend als Grundvoraussetzung, während klassische Modelle von Spezialisierung und Zertifizierung auf den Prüfstand kommen.
Die OEB 2026 beleuchtet diese Entwicklung entlang von drei Themensträngen. Im Fokus stehen Reformen von Prüfungs- und Zertifizierungssystemen, der praktische Einsatz von KI, die veränderte Rolle von Lehrenden, die zukünftige Relevanz der Hochschulbildung sowie die stärkere Verzahnung von Lernen und Arbeit.
Fachleute aus Bildung, Wirtschaft, Politik und Technologie sind eingeladen, Beiträge einzureichen, die die strukturellen, technologischen und menschlichen Dimensionen von Lernen, Bildung und Qualifizierung adressieren. Besonders gefragt sind praxisorientierte Ansätze, evidenzbasierte Einblicke und zukunftsgerichtete Perspektiven aus unterschiedlichen Sektoren.
Mit interaktiven Formaten will die Konferenz Raum bieten, um Konzepte zu diskutieren, Ansätze zu erproben und Erfahrungen mit einem internationalen Publikum zu teilen. Die OEB zählt zu den international führenden branchenübergreifenden Foren für digitales Lernen und Weiterbildung.
Jährlich kommen mehr als 2.000 Teilnehmende aus über 70 Ländern zusammen. Die Konferenz 2026 findet im Hotel InterContinental Berlin statt und wird von einer internationalen Fachausstellung zu Lerntechnologien und digitaler Innovation begleitet.
