Niedersachsen startet Klimarat: 60 geloste Bürger prüfen Vorschläge – Meyer spricht von "einzigartig in Deutschland"

Niedersachsen hat am Freitag, 17. April 2026, seinen neuen Klimarat offiziell an den Start gebracht. Das Gremium soll das Land auf dem Weg zur angestrebten Klimaneutralität bis 2040 begleiten – und dabei nicht nur beraten, sondern auch die Landespolitik in zentralen Bereichen wie Energie, Verkehr und Bauen kritisch begleiten.
Der Klimarat kann keine Gesetze oder Verordnungen beschließen, erarbeitet aber Vorschläge und Empfehlungen. Zugleich soll er das Handeln der Landesregierung in Schlüsselbereichen überprüfen. Damit verknüpft die Landesregierung wissenschaftliche Expertise mit einer systematischen Praxisprüfung.
Den Vorsitz übernimmt Anne Schierenbeck, Professorin für Energiemanagement an der Hochschule Osnabrück. Stellvertretender Vorsitzender ist Bernhard Osterburg vom Thünen-Institut in Braunschweig. Der Rat setzt sich aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Vertreterinnen und Vertretern von Verbänden zusammen.
Nach Angaben des Umweltministeriums müssen Vorschläge aus Wissenschaft und Verbänden einen "Praxischeck" bestehen: Ein Gremium aus 60 zufällig ausgelosten Bürgerinnen und Bürgern gibt dazu ein Votum ab. Die Ausgelosten sollen einen gesellschaftlichen Querschnitt abbilden – unter anderem nach Geschlecht, Alter, Wohnumfeld und Einkommen.
Eine solche Konstruktion, in der Klimaschutzmaßnahmen aus unterschiedlichen Blickwinkeln abgewogen werden, sei "einzigartig in Deutschland", sagte Umweltminister Christian Meyer (Grüne). Mit dem neuen Rat bindet das Land die Öffentlichkeit stärker ein und will Maßnahmen alltagstauglich machen.
In den kommenden Sitzungen soll der Klimarat konkrete Vorschläge entwickeln, die anschließend durch den Praxischeck bewertet werden. Ziel bleibt, Niedersachsen auf Kurs Richtung Klimaneutralität 2040 zu halten.
