New Yorker Gericht veröffentlicht angeblichen Abschiedsbrief von Jeffrey Epstein

Ein Gericht in New York hat gestern Ortszeit einen angeblichen Abschiedsbrief des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein veröffentlicht. Richter Kenneth M. Karas entsprach damit einem Antrag der New York Times, die zuvor über das Schreiben berichtet und die Freigabe des Dokuments beantragt hatte.
Die Echtheit des Briefes lässt sich nicht unabhängig überprüfen. Nach bisherigen Angaben war das Dokument bislang nicht Teil der Untersuchungen des US-Justizministeriums. Ein Zellengenosse Epsteins soll das Schreiben nach einem ersten mutmaßlichen Suizidversuch im Juli 2019 in einem Buch gefunden haben, berichtete die New York Times unter Berufung auf den Mitinsassen.
Demnach übergab der Zellengenosse das Schreiben seinen Anwälten, um Vorwürfe zu entkräften, er habe Epstein angegriffen. Der Text, der dem verurteilten Sexualstraftäter zugeschrieben wird, enthält Ausrufe in Großbuchstaben: „Sie haben monatelang gegen mich ermittelt – UND NICHTS GEFUNDEN!!!“; es sei „ein Privileg, sich den Zeitpunkt für den Abschied selbst aussuchen zu können“.
Weiter heißt es: „Was soll ich denn machen – in Tränen ausbrechen!!“ Am Ende steht der Schluss „KEIN SPASS“, die einzigen unterstrichenen Wörter; zudem heißt es nochmals in Großbuchstaben: „LOHNT SICH NICHT!!“ Der Brief erwähnt weder Epsteins Namen noch ist er unterschrieben.
Unterdessen geriet US‑Handelsminister Howard Lutnick nach einer mehrstündigen Befragung vor dem US‑Parlament wegen seiner Kontakte zu Epstein unter heftige Kritik von Demokraten. Mehrere Abgeordnete warfen ihm vor, die Öffentlichkeit über sein Verhältnis zu Epstein belogen zu haben, und forderten seinen Rücktritt.
Aus Anfang dieses Jahres veröffentlichten Akten geht hervor, dass Lutnick länger zu Epstein Kontakt hatte, als er zuvor angegeben hatte. Berichte über mögliche Suizide können die Lage von Menschen in Krisen verschärfen. In Österreich stehen rund um die Uhr Anlaufstellen zur Verfügung: Die Telefonseelsorge ist unter 142 kostenlos erreichbar.
Für Jugendliche und junge Erwachsene bietet Rat auf Draht Hilfe unter 147.
