Neue Zahlen: Bei Operationen wählen Patientinnen und Patienten oft nicht das nächstgelegene Spital

Schnelle Erreichbarkeit wird in der Schweizer Spitalpolitik seit Jahren als zentrales Argument angeführt. Wer rasch ein Krankenhaus erreicht, sei besser versorgt – so die verbreitete Annahme. Neue Zahlen stellen diese Sicht jedoch in Frage: Wenn eine Operation ansteht, wählen Patientinnen und Patienten oft nicht das nächstgelegene Spital.
Damit erhält eine der prägenden Prämissen in der Diskussion über Anzahl und Verteilung der Spitäler einen Dämpfer. Während die Nähe zur Klinik in politischen Debatten häufig als entscheidend für die Bevölkerung bezeichnet wird, deuten die aktuellen Daten auf ein anderes Wahlverhalten hin.
Der Befund legt nahe, dass die Erreichbarkeit für viele Betroffene nicht das einzig ausschlaggebende Kriterium ist. Welche Faktoren im Einzelfall den Ausschlag geben, bleibt in den vorliegenden Angaben offen – klar ist jedoch, dass die Wahl des Spitals bei anstehenden Operationen nicht automatisch der kürzesten Anfahrt folgt.
Für die anhaltende Diskussion über die künftige Spitalplanung könnte dies Folgen haben. Wenn Patientinnen und Patienten ihre Entscheidungen nicht primär an der Distanz ausrichten, dürfte die Frage, welche Kriterien in der Versorgung stärker gewichtet werden sollen, an Bedeutung gewinnen.
