Nach Irans Öffnungsankündigung: Erste Tanker passieren die Straße von Hormus

Mehrere Tanker haben am Samstag die Straße von Hormus passiert, nachdem Teheran die Öffnung der Meerenge angekündigt hatte. Schifffahrtsdaten belegen die Fahrten; laut Reuters handelt es sich um die erste größere Schiffsbewegung in der strategisch wichtigen Passage, seit die USA und Israel vor rund sieben Wochen ihren Krieg gegen den Iran begonnen haben.
Zunächst durchquerte eine Gruppe von vier Schiffen – Flüssiggastanker sowie Frachter für Ölprodukte und Chemikalien – die iranischen Gewässer südlich der Insel Larak. Weitere Tanker folgten aus dem Persischen Golf, berichtete Reuters unter Verweis auf Daten des Tracking-Dienstes MarineTraffic.
Auch ein zuvor in Dubai gestrandet gewesenes Kreuzfahrtschiff passierte die Meerenge und befand sich am frühen Samstag auf dem Weg in den Oman. Nach einer wochenlangen Blockade erklärte die iranische Führung am Freitag, dass Öl- und Handelsschiffe die Meerenge befahren dürfen.
Außenminister Abbas Araktschi sagte, dies gelte während der zwischen Israel und dem Libanon vereinbarten zehntägigen Waffenruhe; die Durchfahrt erfolge auf einer vom Iran festgelegten Route und mit iranischer Genehmigung. Er ließ offen, ob dafür eine Maut erhoben wird.
Wie sich die Öffnung auf den Verkehr auswirkt, ist unklar; Hunderte Tanker und Frachtschiffe liegen im Persischen Golf fest, die Spannungen haben die Energiepreise steigen lassen. Die USA wollen ihre eigene Seeblockade beibehalten, die nach Angaben von Präsident Donald Trump für Schiffe mit Start- oder Zielhafen im Iran gilt.
Sie bleibe „bis zum vollständigen Abschluss unserer Vereinbarungen mit dem Iran“ in Kraft, schrieb er auf der Plattform Truth Social. In Teheran stieß das auf scharfe Kritik: Der Sprecher des Außenministeriums, Ismail Baghai, bezeichnete die „sogenannte Seeblockade“ laut der Agentur Tasnim als Verstoß gegen die Waffenruhe und kündigte eine angemessene Antwort an.
Parlamentspräsident Mohammed-Bagher Ghalibaf schrieb auf X, bei Fortsetzung der Blockade werde die Straße von Hormus nicht offen bleiben; ob geöffnet werde und welche Bestimmungen gelten, entscheide man vor Ort. Der Iran hatte die Straße von Hormus nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe am 28.
Februar blockiert. Um die Energiemärkte zu beruhigen, lockern die USA derweil für einen weiteren Monat Sanktionen auf russisches Öl: Der Verkauf und die Lieferung von russischem Öl, das bis zur Nacht auf Freitag verladen wurde, sind bis zur Nacht auf den 16. Mai (US-Ostküstenzeit) von US-Verboten ausgenommen, teilte eine Behörde des Finanzministeriums mit.
Parallel dazu laufen unter Vermittlung Pakistans Bemühungen, die zwischen den USA und dem Iran ausgehandelte und bis Mittwoch gültige Feuerpause zu verlängern und eine umfassende Einigung auch im Streit über das iranische Atomprogramm anzubahnen. Trump sagte, die Gespräche liefen und würden über das Wochenende fortgesetzt; er rechne in den nächsten Tagen mit einem Abkommen.
Nach unbestätigten US-Medienberichten könnten Unterhändler am Montag in Islamabad zu einer neuen Runde zusammentreffen. Eine erste Gesprächsrunde war dort am vergangenen Wochenende ohne konkrete Ergebnisse beendet worden. Pakistan bereitet sich vor: Medienakkreditierungen haben begonnen, zusätzliches Sicherheitspersonal wurde in die Hauptstadt verlegt.
