Nach 40 Tagen auf See: Ausschiffung der „Hondius“ auf Teneriffa startet unter strengen Auflagen

Nach 40 Tagen auf See ist für die Passagiere der „Hondius“ ein Ende in Sicht: Das von einem Hantavirus-Ausbruch betroffene Kreuzfahrtschiff hat am frühen Morgen den Hafen von Granadilla im Süden Teneriffas erreicht. Die Ausschiffung hat begonnen – unter strengen Quarantäneregeln, versiegelten Fahrzeugen und mit der Auflage, dass Koffer an Bord bleiben müssen.
-Aufnahmen des spanischen Senders RTVE zeigten die Einfahrt der „Hondius“. Zunächst war vorgesehen, das Schiff vor dem Hafen ankern zu lassen; in der Nacht erteilte die spanische Handelsmarine schließlich die Genehmigung zur Einfahrt. Zuvor hatten medizinische Teams alle Menschen an Bord untersucht.
Erst nachdem keine akuten Krankheitssymptome festgestellt wurden, startete die schrittweise Evakuierung. Laut spanischen Behörden werden die Passagiere in Gruppen von höchstens fünf Personen ausgeschifft, müssen FFP2-Masken tragen und dürfen nur leichtes Handgepäck mitnehmen.
Als erste wurden 14 Spanier – 13 Passagiere und ein Besatzungsmitglied – in kleinen Gruppen mit Booten an Land gebracht. Auf Bildern war zu sehen, wie sie Schutzkleidung und Masken trugen. Anschließend stiegen sie in Busse der Militärischen Nothilfeeinheit UME, die sie zum etwa zehn bis 15 Minuten entfernten Flughafen Tenerife Sur brachten.
Zusammen mit einem Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) soll die Gruppe nach Madrid fliegen und dort in einem Militärkrankenhaus in Quarantäne gehen.
Auch für die übrigen Menschen an Bord, darunter mehrere Deutsche, ist der Ablauf festgelegt: Von Granadilla geht es per Bus direkt zum Flughafen, wo die strikt abgeschotteten Passagiere ohne weitere Abfertigung in bereitgestellte Maschinen steigen und mit ihren jeweiligen Landsleuten in die Heimatländer zurückkehren sollen.
Nach Angaben der WHO sind die Abflüge für Sonntag und Montag vorgesehen, da anschließend eine Schlechtwetterfront erwartet wird. Nach der Ankunft dürften alle Ausgeflogenen in Quarantäne müssen; wegen der langen Inkubationszeit ist eine Entwarnung erst nach Wochen möglich.
Spaniens Gesundheitsministerin Mónica García, Innenminister Fernando Grande-Marlaska und WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus reisten auf die Insel, um die komplexe Operation zu begleiten. Tedros betonte, beim Hantavirus handele es sich nicht um einen mit dem Coronavirus vergleichbaren Erreger.
„Das ist nicht ein neues Covid“, sagte er. Das Risiko für die Bevölkerung der Insel sei gering, zumal an Bord kein neuer Verdachtsfall aufgetreten sei. Sobald alle Passagiere von Bord sind, soll die „Hondius“ ihre Fahrt sofort fortsetzen – Kurs Niederlande, unter deren Flagge sie fährt.
Erst dort soll der Leichnam einer an Bord verstorbenen Deutschen vom Schiff gebracht werden; auch die Desinfektion des Schiffes ist in den Niederlanden vorgesehen. Für die knapp 150 Menschen an Bord endet damit eine Odyssee, die am 1. April im argentinischen Ushuaia begann und unterwegs eine dramatische Wendung nahm.
