Kubas Präsident warnt USA vor militärischer Eskalation – und signalisiert Gesprächsbereitschaft

Mit scharfen Worten hat Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel die USA vor einer militärischen Eskalation im bilateralen Konflikt gewarnt – und zugleich Gesprächsbereitschaft signalisiert.
"Wenn das passiert, wird es Kämpfe geben, und es wird einen Widerstand geben, und wir werden uns verteidigen, und wenn wir sterben müssen, werden wir sterben, denn wie unsere Nationalhymne sagt: 'Für das Vaterland zu sterben heißt zu leben'", sagte Díaz-Canel gestern Ortszeit in einem Interview des US-Senders NBC News.
Zugleich betonte er: "Wir wollen keinen Krieg." Auf die Frage nach zentralen Forderungen der USA – darunter die Freilassung politischer Gefangener, Mehrparteienwahlen sowie die Anerkennung von Gewerkschaften und einer freien Presse – erklärte Díaz-Canel, solche Forderungen seien an Kuba nicht gestellt worden.
Mit Blick auf das politische System und die verfassungsmäßige Ordnung seien diese Punkte "nicht Gegenstand von Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten". Die Behauptung, Kritiker würden systematisch inhaftiert, nannte er eine "große Lüge". Die Aussagen des kubanischen Präsidenten fallen in eine Phase wachsender Spannungen zwischen beiden Ländern.
US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt ein härteres Vorgehen gegenüber Kuba angedroht und von einer möglichen "Übernahme" gesprochen. Der sozialistische Inselstaat steckt seit Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise, die seit drei Monaten durch ein US-Ölembargo dramatisch verschärft wird.
Seinen wichtigsten Öllieferanten Venezuela hat Kuba verloren, nachdem die USA dort Anfang Jänner mit der Gefangennahme von Präsident Nicolás Maduro den Machtwechsel forciert hatten. Kuba leidet unter akuter Energieknappheit, häufigen Stromausfällen und Versorgungsengpässen.
Ende März erhielt das Land erstmals seit Monaten wieder eine Öllieferung aus Russland, nachdem andere Lieferanten unter US-Druck abgesprungen waren. Das Schiff brachte laut Medienberichten rund 100.000 Tonnen Rohöl nach Kuba.
