Krieg in Nahost: Indonesischer Blauhelmsoldat im Südlibanon getötet

Unifil-Fahrzeug im Südlibanon: Immer wieder Angriffe (Archivbild vom Juli 2024) Bei der Explosion eines Geschosses in einer Stellung der Uno-Friedenstruppen im Libanon ist ein indonesischer Blauhelmsoldat getötet worden. Ein weiterer Soldat wurde bei dem Vorfall im Süden des Landes schwer verletzt, wie die Beobachtermission Unifil mitteilte.
»Niemand, der dem Frieden dient, sollte sein Leben verlieren«, mahnte die Mission der Vereinten Nationen. »Wir kennen die Herkunft des Geschosses nicht«, teilte Unifil weiter mit. Es sei eine Untersuchung eingeleitet worden, um die Umstände der Explosion zu klären.
Die Uno-Mission äußerte sich bestürzt über den Tod des Blauhelmsoldaten: »Niemand sollte jemals sein Leben verlieren, während er sich für den Frieden einsetzt.« Das indonesische Außenministerium bestätigte später, ein indonesischer Blauhelmsoldat sei nahe Adschit al-Kusair getötet worden.
In Onlinediensten sprach das Ministerium in Jakarta von drei verletzten Soldaten und forderte eine Untersuchung des Vorfalls. Die Sicherheit und der Schutz der UN-Friedenstruppen müssten »zu jedem Zeitpunkt« gewährleistet sein. Ermittlungen wurden eingeleitet, um die genauen Umstände zu klären.
Angriffe auf Unifil-Truppen stellten einen schweren Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht dar, erklärte die Mission weiter. Uno-Generalsekretär António Guterres verurteilte den tödlichen Zwischenfall auf das Schärfste und sprach den Angehörigen sein Beileid aus.
Im Libanon sind im Zuge des Irankriegs die Kämpfe zwischen der von Iran unterstützten Hisbollah-Miliz und Israel wieder aufgeflammt. Immer wieder geraten die Blauhelmsoldaten im Grenzgebiet zu Israel zwischen die Fronten. Die Vereinten Nationen haben seit 1978 Blauhelmsoldaten in der Grenzregion stationiert.
Aktuell sind daran rund 7500 Soldatinnen und Soldaten aus fast 50 Ländern beteiligt. Im Zuge der Kämpfe im Südlibanon wurden Unifil-Stellungen Uno-Angaben zufolge bereits mehrmals getroffen. Anfang März waren drei ghanaische Soldaten in einer Grenzstadt durch Schüsse verletzt worden.
Die Unifil ist seit Jahrzehnten als eine Art Puffer zwischen Israel und dem Süden des Libanon im Einsatz. An der Mission sind auch rund 270 Bundeswehrsoldaten beteiligt.
