Iran stellt unter Bedingungen sichere Passage in der Straße von Hormus in Aussicht – USA pausieren Militäreinsatz

Im festgefahrenen Konflikt zwischen den USA und dem Iran deutet sich Bewegung an. Die iranische Revolutionsgarde stellte laut Staatsmedien am Mittwoch – vorerst vage – eine sichere Passage durch die Straße von Hormus in Aussicht, falls die USA ihre militärischen Aktivitäten dort einstellen.
Es war die erste Reaktion auf Berichte über ein Memorandum aus Washington zur Beendigung des Krieges, das Teheran „evaluieren“ wolle. Bereits am Dienstag (Ortszeit) hatte US-Präsident Donald Trump überraschend die Militäroperation „Project Freedom“ für einen sicheren Schiffskorridor im Persischen Golf „für eine kurze Zeit“ ausgesetzt.
Am Mittwoch folgten Berichte über einen möglichen Durchbruch in den Gesprächen und über Zugeständnisse auch auf iranischer Seite. Laut dem US-Portal Axios und pakistanischen Vermittlern liegt im Weißen Haus ein Text für eine Absichtserklärung zur Beendigung des Krieges vor; die USA warteten demnach 48 Stunden auf Antworten auf Schlüsselfragen aus Teheran.
Reuters zitierte pakistanische Quellen mit den Worten, man komme einer Einigung näher. Trump begründete die Pause mit „enormen militärischen Erfolgen“ der USA und „großen Fortschritten auf dem Weg zu einem vollständigen und endgültigen Abkommen“. Der Schritt erfolge auf Bitten Pakistans und anderer Länder, schrieb er auf seinem Portal Truth Social.
Kernpunkt sei laut Axios, dass sich der Iran zu Zugeständnissen bei der Kontrolle seines Atomprogramms bewegt habe – etwas, das Teheran bislang ebenso ausgeschlossen hatte wie eine Öffnung der blockierten Meerenge. Parallel schickte Trump ein Angebot und eine Drohung hinterher: Bei Zustimmung des Iran werde die Militäraktion beendet und die Straße von Hormus auch von US-Seite für alle Schiffe – einschließlich iranischer – freigegeben.
Andernfalls würden US-Angriffe „mit viel höherer Intensität“ wieder aufgenommen. Für direkte Gespräche mit dem Iran sei es zudem „noch zu früh“, erklärte er. Teheran pocht derweil auf umfassende Garantien.
Außenminister Abbas Araktschi forderte von Washington eine „umfassende Lösung“ und betonte während eines Besuchs in China, sein Land werde „alles daransetzen, um unsere legitimen Rechte und Interessen in den Verhandlungen zu schützen“. Der Iran werde ausschließlich ein faires und umfassendes Abkommen akzeptieren.
Chinas Außenminister Wang Yi betonte laut seinem Ministerium, die Kämpfe müssten gestoppt werden. Araktschi nannte China einen „engen Freund“ und ging nicht auf Trumps Ankündigung zur Aussetzung von „Project Freedom“ ein. Iranische Staatsmedien berichteten laut BBC, Trump habe den Rückzug angetreten.
Zugleich hieß es, Teheran „evaluiere“ den aktuellen US-Vorschlag. Beide Seiten stehen spürbar unter Druck: Im Iran haben US- und israelische Angriffe nach diesen Berichten erhebliche Schäden an der Infrastruktur verursacht, die Wirtschaft des Landes steht vor einem Abgrund.
Zugleich belasten explodierende Energiepreise die Weltwirtschaft, was auch die USA zu spüren bekommen. Arabische Länder am Golf erlitten durch iranische Vergeltungsangriffe schwere Schäden, vor allem an Raffinerien. Trump suche nun nach der „magischen Formel“ für ein Ende des Krieges, den er am 28.
Februar zusammen mit Israel begonnen habe, kommentierte am Dienstag die New York Times. Hoffnungen auf einen Regimewechsel in Teheran und eine rasche Kapitulation hätten sich demnach zerschlagen. Auf der anderen Seite wolle der Iran wohl nicht ohne eine gesichtswahrende Lösung auskommen.
