Heizkesseltausch: Fördertopf von 360 Mio. Euro könnte in zwei Monaten leer sein

Der Fördertopf für den Austausch alter Heizkessel droht schneller leer zu werden als geplant: Das für dieses Jahr veranschlagte Budget von 360 Millionen Euro könnte nach Einschätzung der Grünen in etwa zwei Monaten ausgeschöpft sein.
„Laut unseren Berechnungen auf Grundlage der Zahlen, die wir abgefragt haben, wird es in etwa zwei Monaten auch keine Förderungen mehr für den Heizungstausch geben“, sagte der grüne Umweltsprecher Lukas Hammer am 7. Mai. Die Grünen hatten zuvor eine parlamentarische Anfrage an Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) gestellt.
Auch aus der Branche kommt Kritik. Laut Martina Prechtl-Grundnig, Geschäftsführerin des Dachverbands Erneuerbare Energie, sind leerlaufende Mittel für die Energiewende „schlechte Nachrichten“. Um das Ziel der Klimaneutralität bis 2040 zu erreichen, müssten jährlich 80.000 bis 100.000 Heizsysteme umgestellt werden, sagte sie.
Der Verband fordert, dass das Förderbudget zumindest für 60.000 Tauschvorgänge reicht, und plädiert für die Wiedereinführung eines eigenen Fördertopfs für die thermische Sanierung. Die Grünen verlangen darüber hinaus Maßnahmen für den Rest des Jahres sowie eine abgesicherte Finanzierung der Förderung im kommenden Doppelbudget.
Ohne entsprechende Vorsorge drohten Förderungslücken, so die Befürchtung. Die Arbeiterkammer wiederum brachte alternative Instrumente ins Spiel. Statt reiner Zuschüsse könnten begünstigte Darlehen vergeben werden, deren Rückflüsse wieder in weitere Sanierungen und Heizkesseltausche flössen.
Das würde den Staatshaushalt weniger stark belasten, argumentiert die Interessenvertretung. Die Debatte um die Ausstattung des Förderprogramms gewinnt damit an Schärfe. Ob und wie zusätzliche Mittel oder neue Finanzierungswege bereitgestellt werden, dürfte sich im Zuge der anstehenden Budgetentscheidungen zeigen.
