Hantavirus-Verdacht: Passagiere dürfen auf Kap Verde nicht von Bord – Kurs zu Kanaren wird geprüft

Nach einem möglichen Ausbruch des Hantavirus an Bord eines kleinen Kreuzfahrtschiffs ist den Passagieren die planmäßige Ausschiffung auf Kap Verde verwehrt worden. Es gebe derzeit keinen gesicherten Zielort, eine Weiterfahrt in Richtung der Kanarischen Inseln werde geprüft, teilte der Betreiber Oceanwide Expeditions gestern am späten Abend mit.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht von einer möglichen Übertragung von Mensch zu Mensch aus. „Wir vermuten, dass es bei sehr engem Kontakt eine Übertragung von Mensch zu Mensch gibt“, sagte die WHO-Epidemiespezialistin Maria Van Kerhove heute in Genf. Der erste an Bord erkrankte Passagier habe sich nach derzeitiger Einschätzung vermutlich vor dem Einschiffen infiziert.
Das Schiff mit 61 Besatzungsmitgliedern war vor einigen Wochen von Argentinien in Richtung Kap Verde aufgebrochen. Unterwegs kam es zu mehreren Todesfällen; bisher verstarben drei Passagiere der „Hondius“. Heute wurde zudem eine weitere infizierte Person gemeldet.
Laut WHO gibt es damit zwei durch Labortests bestätigte und fünf mutmaßliche Hantavirus-Fälle. Rund 150 Menschen – überwiegend aus Großbritannien, den USA und Spanien – harren weiterhin an Bord aus. Der Fokus liege nun darauf, zwei erkrankte Passagiere von Bord zu bringen, so die WHO.
Anschließend solle das Schiff seine Fahrt zu den Kanarischen Inseln fortsetzen. Das Risiko für die Allgemeinheit wird weiterhin als gering eingeschätzt. Aktuell liegt das Schiff vor der Westküste Afrikas vor Anker.
