Femizid - Prozess in Muttenz: Ex - Miss - Finalistin getötet und zerstückelt

Vor dem Strafgericht Muttenz steht ab Montag der 44-jährige M. R. wegen Mordes an seiner Ehefrau, einer früheren Miss-Schweiz-Kandidatin, vor Gericht. Die Tat soll nach einem Streit erfolgt sein. Am Montag beginnt vor dem Baselbieter Strafgericht in Muttenz der Prozess zu einem Femizid: Der heute 44-jährige M.
R.* soll im Februar 2024 seine damals 38-jährige Ehefrau, die frühere Miss-Schweiz-Finalistin K. J.*, getötet und ihre Leiche anschliessend zerstückelt haben. Im vergangenen Dezember hatte die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft ihre Ermittlungen abgeschlossen und Anklage wegen Mordes und Störung des Totenfriedens erhoben.
Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Fall: Die verstorbene K. J. war Finalistin der Miss-Schweiz-Wahl 2007 und trug einst den Titel Miss Nordwestschweiz. Das ehemalige Model machte sich später als Laufsteg-Coach selbstständig und war in der Schweizer Modeszene gut vernetzt.
Unter anderem pflegte sie eine Freundschaft mit der Ex-Miss-Schweiz Christa Rigozzi. M. R., der Sohn eines erfolgreichen Berner Anwalts, heiratete K. J. im Jahr 2017. Gemeinsam lebte das Paar mit seinen beiden Töchtern in einem grosszügigen Einfamilienhaus mit Blick auf die Hügel von Binningen.
Nach aussen führten sie ein scheinbar makelloses Leben – von ihrem Umfeld wurden sie oft als «perfekte Familie» wahrgenommen. Auch auf Social Media vermittelte sich dieses Bild: Fotos auf dem Account des Opfers zeigten die Familie stets lächelnd, häufig gemeinsam mit den beiden kleinen Töchtern.
Nur vier Wochen vor ihrem Tod veröffentlichte K. J. noch Ferienbilder aus einem Luxushotel oberhalb des Vierwaldstättersees, die eine verschneite Landschaft zeigten. Am Mittag des 13. Februar 2024 soll es zwischen den bereits getrennten, aber noch zusammenlebenden Eheleuten zu einem heftigen Streit gekommen sein.
Anlass war laut Anklageschrift ein Gespräch über die Bedingungen ihrer Trennung. Es war demnach nicht der erste Konflikt. Doch an jenem Tag soll M. R. den Entschluss gefasst haben, seine Ehefrau «zu beseitigen und zu eliminieren». Er habe das alleinige Sorgerecht für die Kinder gefordert und seiner Frau den Unterhalt verweigert.
Im Verlauf der Auseinandersetzung soll er sie am Hals gepackt und gegen eine Wand gedrückt haben. Anschliessend habe er sie erdrosselt. Danach soll er den Körper zerstückelt haben. Auch ein Mixer soll eine Rolle gespielt haben, heisst es im Autopsiebericht. Als K.
J. ihre Töchter nicht wie gewohnt vom Kindergarten abholte, wurden ihre Eltern misstrauisch. Ihr Vater suchte das Haus auf, doch M. R. gab an, nicht zu wissen, wo seine Frau sei. Über Stunden hinweg soll er sich verhalten haben, als wäre nichts geschehen. Am Abend kochte er das Nachtessen, unterhielt sich mit seinem Schwiegervater und brachte anschliessend die Kinder ins Bett.
Während eines späteren Telefonats zwischen M. R. und der besorgten Schwiegermutter durchsuchte der Vater des Opfers das Haus. Im Keller stiess er auf einen schwarzen Müllsack, aus dem blonde Haarsträhnen schauten. Daraufhin rannte er schreiend auf die Strasse und forderte einen Passanten auf, die Polizei zu alarmieren.
Bei seiner Festnahme soll M. R. laut Behörden auffallend gleichgültig und emotionslos gewirkt haben. In der polizeilichen Einvernahme gab er schliesslich zu, seine Frau zerstückelt zu haben. Er berief sich auf Notwehr und erklärte, K. J. habe ihn mit einem Messer angegriffen.
Ein medizinisches Gutachten stützt diese Darstellung jedoch nicht. Seit seiner Festnahme vor zwei Jahren befindet sich der Beschuldigte in Untersuchungshaft. Die Richter gehen davon aus, dass er versucht habe, die Tat gezielt zu vertuschen. Gemäss Anklage soll M.
R. vorsätzlich und bewusst gehandelt haben – aus einer «egoistischen Haltung und Denkweise heraus, die von Kontrollbedürfnis, verletzten Gefühlen, Rachegelüsten und heftiger Wut geprägt war». Obwohl M. R. grundsätzlich geständig ist, gilt bis zu einem rechtskräftigen Urteil die Unschuldsvermutung.
Der Prozess ist auf fünfeinhalb Tage…
