EPA/IEA-Bericht: Zahl der Altbatterien aus E-Autos dürfte bis 2040 auf 14 Millionen steigen

Die globale Nachfrage nach Batterien steigt, und mit ihr wächst der Berg an Altbatterien: Allein aus Elektrofahrzeugen dürfte die Zahl der ausgedienten Energiespeicher von 1,2 Millionen im Jahr 2030 auf 14 Millionen im Jahr 2040 klettern.
Das zeigt der jüngste Technologieanalysebericht des Europäischen Patentamts (EPA) und der Internationalen Energieagentur (IEA), der die Innovationsdynamik rund um die Batterie-Kreislaufwirtschaft beleuchtet. Während Asien bei entsprechenden Technologien vorangeht, verzeichnen die Autoren auch in Europa einen deutlichen Innovationsschub – flankiert von politischen EU-Initiativen zur Förderung industrieller Investitionen und Skalierung.
Der Bericht untersucht Entwicklungen entlang der gesamten Wertschöpfung: von Sammlung und Sortierung gebrauchter Batterien über Recycling- und Rückgewinnungsverfahren bis zur Wiederverwendung. Da die Kreislaufwirtschaft die Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen verringern soll – die zunächst abgebaut und raffiniert werden müssen –, analysiert ein eigener Abschnitt zudem die Innovationen in der Raffination von Batteriemetallen.
„Innovative Technologien für eine Batterie-Kreislaufwirtschaft sind der Schlüssel zu mehr Ressourcensicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Umweltfreundlichkeit“, sagt EPA-Präsident António Campinos. Regionen mit starken industriellen Ökosystemen, unterstützenden politischen Rahmenbedingungen und Zugang zu Recycling-Rohstoffen seien gut positioniert, eine führende Rolle zu übernehmen.
Europa verfüge über viele dieser Voraussetzungen sowie über ein vielfältiges Innovationsökosystem und politische Initiativen, die eine solide Basis für zirkuläre Wertschöpfungsketten bildeten.
IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol betont die strategische Dimension: „Im Zeitalter der Elektrizität sind Batterien zu einem Eckpfeiler der Energieversorgungssicherheit und der industriellen Wettbewerbsfähigkeit geworden, aber ihr voller Wert wird sich nur dann entfalten, wenn die Länder starke Kreislaufsysteme um sie herum aufbauen.“ Eine beschleunigte Innovation bei Recycling und Wiederverwendung könne den Druck auf Lieferketten kritischer Rohstoffe verringern, Umweltauswirkungen senken und neue wirtschaftliche Chancen eröffnen.
Europa habe wichtige Stärken, auf die es aufbauen könne; gezielte Innovation und politische Unterstützung könnten helfen, den Kontinent an die Spitze einer nachhaltigen Batteriewirtschaft zu führen. Auf Basis weltweiter Patentdaten aus zwei Jahrzehnten identifiziert der Bericht neue Trends, führende Innovatoren und das Potenzial der Batterie-Kreislaufwirtschaft, die europäische Abhängigkeit von Rohstoffimporten zu reduzieren.
Analysiert wird die Patentierungstätigkeit in 24 Technologiebereichen, die rund 16.000 Erfindungen und nahezu 4.000 internationale Patentfamilien (IPFs) vereinen. Begleitet wird die Veröffentlichung von einem Update der EPA-Plattform für saubere Energie, die um einen eigenen Bereich zur Batterie-Kreislaufwirtschaft erweitert wurde.
Die Autoren sehen in der Kombination aus technologischer Dynamik und politischer Unterstützung Chancen für robustere Lieferketten, mehr Nachhaltigkeit und größere technologische Souveränität – während die Energiewende in eine neue Phase eintritt.
