Climate Lab plant Innovationswerkstätten zu Mehrweg-Transportverpackungen und nachhaltiger Beschaffung
Mit zwei neuen Innovationswerkstätten plant das Climate Lab in Österreich die Umstellung auf nachhaltige Beschaffung und Mehrweg-Transportverpackungen zu beschleunigen. „Das Potenzial ist gewaltig – nicht nur für den Klima- und Umweltschutz, sondern gerade auch für die Wirtschaftlichkeit von Unternehmen“, sagt Barbara Inmann, Geschäftsführerin des Climate Lab.
Ausgangspunkt ist die große Hebelwirkung von Beschaffungen: Allein Bund und Länder geben in Österreich laut Climate Lab jedes Jahr mehr als 60 Milliarden Euro dafür aus; hinzu kommen die Investitionen der Privatwirtschaft. Schätzungen zufolge gelangen bis zu zwei Drittel der CO2-Emissionen über die Beschaffung in die Unternehmensbilanz.
Um hier anzusetzen, soll gemeinsam mit interessierten Unternehmen und Organisationen eine „Innovationswerkstatt Beschaffung“ starten. In kleinen Arbeitsgruppen sollen praxisnahe Kriterien, Bewertungsansätze und Entscheidungsgrundlagen für nachhaltige Beschaffungsprozesse entwickelt und verfeinert werden.
Im Fokus steht der sogenannte Dienstleistungsansatz („as a service“), der nicht nur die Anschaffung, sondern auch Leistung und Funktion der eingekauften Produkte berücksichtigt. Der Eindruck, dass höhere Qualitäts- oder Effizienzstandards über die Zeit sogar günstiger sein können, werde bestätigt, so Gerhard Weiner, Leiter der naBe-Plattform für nachhaltige Beschaffung; selbst wenn die Anschaffung zunächst teurer sei.
Parallel dazu nimmt das Climate Lab die wachsenden Verpackungsabfälle ins Visier. Die Mehrwegquote ist in Österreich seit 1995 von 80 Prozent auf heute rund 20 Prozent gesunken. Sowohl in Österreich als auch auf EU-Ebene wird laut Climate Lab dagegen gegengesteuert.
Wirtschaftlich tragfähige Mehrweglösungen erfordern jedoch enge Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg – diese soll in einer weiteren „Innovationswerkstatt“ zu Mehrweg-Transportverpackungssystemen forciert werden. „Warten wir ab, oder gestalten wir aktiv die Zukunft.
Das ist die Frage, die sich alle Unternehmen heute stellen müssen. So oder so – ein Weiter wie bisher wird nicht möglich sein“, sagt Climate-Lab-Partnership-Lead Thomas Kaissl. Als nächsten Schritt kündigt das Climate Lab zwei kurze Info-Calls an: am 16. April zum Thema nachhaltige Beschaffung und am 17.
April zu Mehrweg-Transportverpackungen.
