Cisco-Studie: 65 Prozent der deutschen Industrie setzen KI produktiv ein

Deutschlands Fabriken holen Künstliche Intelligenz aus dem Labor in die Linie: 65 Prozent der hiesigen Industrieunternehmen nutzen KI bereits produktiv in laufenden Prozessen. Das zeigt eine neue Erhebung des Netzwerkausrüsters Cisco vor der am Montag beginnenden Hannover Messe (20.
bis 24. April). „KI wird Realität“, sagte Cisco-Manager Christian Korff. Die Technologie halte Einzug in die Produktion, um Abläufe zu verbessern. Nach Angaben des Unternehmens liegt Deutschland damit vor Europa und dem weltweiten Durchschnitt: Europaweit gaben 56 Prozent der befragten Firmen an, KI aktiv einzusetzen, weltweit waren es 61 Prozent.
Für die Studie wurden laut Cisco mehr als 1.000 Führungskräfte aus 19 Ländern befragt, davon rund 500 in Europa und etwa 100 in Deutschland. Besonders häufig prüfen Unternehmen den Einsatz von KI-Assistenten: Nahezu drei von vier deutschen Industriebetrieben untersuchen entsprechende Anwendungen.
Hauptmotive der KI-Offensive sind demnach Produktivitätssteigerungen, gefolgt von Kostensenkungen. Die aktuelle Implementierungswelle setze Ergebnisse aus den letzten zwei bis drei Jahren um, so Korff. Zu Beginn seien vielerorts Projekte mit hoher Erwartung gestartet, inzwischen sei KI im realen Betrieb angekommen.
Unternehmen erwarteten, dass sich Investitionen „idealerweise innerhalb von ein bis maximal zwei Jahren“ rechneten – das sei mittlerweile „absolut realistisch“. Gleichzeitig warnt Cisco vor Rückständen: Rund 40 Prozent der Unternehmen hätten die Zusammenarbeit von IT und Betrieb noch nicht neu aufgestellt.
Hier bestehe Nachholbedarf, damit nicht „über ein Drittel der Unternehmen abgehängt wird“, sagte Korff. Die Befunde dürften der Debatte auf der Hannover Messe zusätzlichen Schub geben – mit der Kernfrage, wie sich der produktive KI-Einsatz in der Breite schneller verankern lässt.
