Buckelwal "Timmy" in der Nordsee freigesetzt – Kurs zunächst nach Nordwesten

Nach wochenlanger Odyssee in der Ostsee schwimmt der von Medien "Timmy" genannte Buckelwal wieder frei in der Nordsee. Das Tier verließ heute Früh gegen 8.45 Uhr den Lastkahn, mit dem es dorthin geschleppt worden war, teilte Karin Walter‑Mommert von der privaten Rettungsinitiative laut AFP mit.
Der Wal bewege sich eigenständig und zunächst in die richtige Richtung, sagte Walter‑Mommert. Beobachter sahen ihn einen Blas ausstoßen – das charakteristische Ausatmen nach einem Tauchgang. Zunächst schwamm er demnach nach Nordwesten, was aus Sicht der Retter der beste Weg ist, um die norwegische Westküste zu erreichen und sich von dort entlang der Küste in Richtung Arktis zu bewegen.
Auffällige Beeinträchtigungen seien nicht zu erkennen gewesen. Der Meeressäuger habe auf dem Lastkahn lediglich bei schwerer See kleinere Blessuren erlitten, die jedoch nicht schwerwiegend seien, so Walter‑Mommert. Der Kurs des Wals soll per GPS‑Signal weiter verfolgt werden.
Das Verlassen des Lastkahns erfolgte den Angaben zufolge relativ unvorbereitet. Eigentlich war vor dem Aussetzen noch eine weitere Untersuchung des Tiers geplant. Auf Livebildern des Streamingdienstes News5 war später der leere Kahn zu sehen. Am Dienstag war der Buckelwal von der Rettungsinitiative in einen mit Wasser gefüllten Lastkahn dirigiert worden.
Ein Schlepper bugsierte das Schiff mitsamt dem Tier durch dänische Gewässer bis in die Nordsee. Der im Atlantik heimische Säuger hatte seit Anfang März vor der deutschen Ostseeküste umhergeirrt, war mehrfach gestrandet und hatte sich zwischenzeitlich in Netzen verfangen.
Rund vier Wochen lang lag er in einem Seitenarm der Wismarer Bucht bei der Insel Poel auf Grund.
