BMW i Ventures plant 300-Millionen-Dollar-Fonds für KI-Start-ups

BMW verschärft seine KI-Strategie und plant über die Beteiligungstochter BMW i Ventures einen neuen Fonds, der 300 Millionen US-Dollar (256 Millionen Euro) in junge Unternehmen in Nordamerika und Europa investieren soll. Ziel ist es, dem Münchener DAX-Konzern schneller Zugang zu Technologien rund um Künstliche Intelligenz zu verschaffen, wie BMW am Montag mitteilte.
„Mit BMW i Ventures investieren wir gezielt in Technologien, die die Zukunft unserer Branche prägen“, sagte Vorstandschef Oliver Zipse laut Mitteilung. Die Mittel für den dritten Risikokapitalfonds werden vollständig vom Konzern getragen. Die Wagnisinvestitionen nähmen eine Schlüsselrolle in der Innovationsstrategie ein, so Zipse weiter.
Der Zeitpunkt für Engagements in KI sei ideal: „Künstliche Intelligenz hat ihr enormes Potenzial zur Transformation von Produkten, Prozessen und kompletten Wertschöpfungsketten klar bewiesen.“ BMW wolle sich bietende Chancen nutzen und Innovationen schnell und effizient umsetzen.
BMW i Ventures positioniert sich dabei als Frühphaseninvestor. Manager Marcus Behrendt sagte in einer Gesprächsrunde mit Journalisten, der Kapitalgeber gehöre zu den ersten Geldgebern von frühen Start-ups. „Als Investor in frühen Phasen investieren wir in der Regel in ein einzelnes Start-up als Erstinvestment bis zu 10 Millionen Dollar“, erklärte er.
Sein Kollege Kasper Sage ergänzte, bei KI-Start-ups müssten Entscheidungen sehr schnell getroffen werden: Im aktuellen Umfeld gehe es um Tage und wenige Wochen. Dies geschehe unabhängig vom BMW-Konzern. BMW stieg 2011 mit BMW i Ventures in die Förderung junger Technologieunternehmen ein und ist alleiniger Anteilseigner der Einheit mit Standorten in München und im Silicon Valley.
Seitdem wurden Beteiligungen an mehr als 90 Firmen eingegangen; aus über 30 Investments ist BMW durch Anteilsverkäufe oder Börsengänge wieder ausgestiegen. Das gesamte Investitionsvolumen von BMW i Ventures beläuft sich nun auf 1,1 Milliarden US-Dollar. Mit dem neuen Fonds will der Konzern den Zugang zu KI-Innovationen beschleunigen und sie in Produkte und Prozesse überführen.
Konkrete Einzelinvestments nennt BMW nicht, betont jedoch die strategische Bedeutung schneller Entscheidungen und die enge Verzahnung mit der eigenen Innovationsagenda.
