Bisher größte Gaza-Hilfsflotte startet in Barcelona – 2023 auch vier Österreicher festgesetzt

In Barcelona läuft heute die bisher größte internationale Gaza-Hilfsflotte aus. Rund 70 Schiffe mit über 1.000 Menschen aus 70 verschiedenen Ländern stechen gegen 12.00 Uhr in See. Ziel ist es, humanitäre Hilfe in den von Israel blockierten Gazastreifen zu bringen und zugleich gegen die Gewalt durch das israelische Militär zu protestieren.
„Es wird die größte Flottille der Geschichte sein. Wir werden Vertreter aller Nationen der Welt haben, um dem Ruf nach Gerechtigkeit gegen Völkermord Ausdruck zu verleihen“, sagte im Vorfeld Saif Abukeshek, Menschenrechtsaktivist und Mitorganisator der Globalen Sumud-Flottille in Barcelona.
Bereits im vergangenen Jahr war von Barcelona aus eine ähnliche, jedoch nur halb so große Flotte gestartet. Die Fahrt 2023 wurde von der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg angeführt und von Prominenten wie der US-Schauspielerin Susan Sarandon sowie dem „Game of Thrones“-Darsteller Liam Cunningham unterstützt.
Die Schiffe kamen damals nur bis auf etwa 70 Seemeilen an den Gazastreifen heran. Viele mussten wegen technischer Probleme oder schlechten Wetters umkehren. Rund 20 Schiffe wurden von der israelischen Marine abgefangen, mehr als 300 Aktivisten wurden festgesetzt und nach mehreren Tagen wieder freigelassen.
Unter ihnen befanden sich auch vier Aktivisten aus Österreich. Die UNO kritisierte das Abfangen der zivilen Hilfsschiffe in internationalen Gewässern scharf. In diesem Jahr soll neben dem symbolischen Protest verstärkt konkrete Hilfe im Vordergrund stehen.
An Bord sind nach Angaben von Organisationssprecher Abukeshek auch Ärzte, Pädagogen, Architekten, Handwerker, Krankenpfleger, Anwälte und Experten für Menschenrechtsverletzungen, die beim Wiederaufbau des Gazastreifens helfen und unmittelbare humanitäre Unterstützung leisten wollen.
