Bilanz für 2025: Klimaschutz in Deutschland tritt auf der Stelle

Bilanz für 2025 Klimaschutz tritt auf der Stelle Stand: 14.03.2026 • 12:00 Uhr Der Klimaschutz kommt in Deutschland kaum voran: Vor allem Verkehr und Gebäude lassen den Ausstoß klimaschädlicher Gase steigen. Der Weg zur Klimaneutralität bleibt ambitioniert. Bei der Einladung dürften sich so manche Beobachterin oder Beobachter verwundert die Augen gerieben haben.
An einem Samstag stellen der Bundesumweltminister und der Präsident des Umweltbundesamtes (UBA) die Klimabilanz für das vergangene Jahr vor und den Ausblick für die Zeit danach. So außergewöhnlich dieser Termin an einem Wochenende ist, so wenig überraschend scheint das zu sein, was Minister Carsten Schneider (SPD) und UBA-Chef Dirk Messner verkünden.
Der Ausstoß klimaschädlicher Gase ist im vergangenen Jahr nur marginal gesunken - um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Anders formuliert: Die Entwicklung stagniert. Die Werte verharren und gehen nicht zurück.
Dominic Hebestreit, ARD Berlin, zur Klimabilanz für 2025 tagesschau24, 14.03.2026 • 16:00 Uhr Größter Rückgang bei der Industrie Demnach wurden 2025 in Deutschland 648,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente ausgestoßen, eine rechnerische Vergleichsgröße, die verschiedene klimaschädliche Gase zusammenfasst.
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr in Summe 0,9 Million Tonnen Treibhausgase weniger ausgestoßen als im Vorjahr. Dieser Wert ergibt sich aus den sechs Bereichen Energiewirtschaft, Industrie, Gebäude, Verkehr, Landwirtschaft und Abfallwirtschaft. Einzeln betrachtet schneiden diese sehr unterschiedlich ab.
Den stärksten Rückgang an Treibhausgasemissionen verzeichnete das Umweltbundesamt für die Industrie - getrieben durch die schwache Wirtschaftslage und weniger Produktion in energieintensiven Branchen. Weniger Emissionen gab es auch in der Energiewirtschaft, weil mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wurde.
Bemerkenswert ist auch, dass sich der deutsche Wald, der zum Bereich Landwirtschaft zählt, nach den Trockenjahren zwischen 2018 und 2023 demnach wieder etwas erholt hat, sodass er 2025 wieder mehr CO2 aufnehmen konnte als er selber ausstößt. Die deutsche Industrie fordert von der Bundesregierung eine rasche Verbesserung der Standortbedingungen.
mehr Sorgenkinder bleiben hingegen die Bereiche Verkehr und Gebäude. Und das inzwischen seit einigen Jahren. In beiden Sektoren sind die Emissionen 2025 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Im Verkehrsbereich verzeichnet des Umweltbundesamt einen Anstieg um 2,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.
Im Gebäudesektor gibt es ein Plus von 3,4 Millionen Tonnen. Das liegt einerseits am schleppenden Umstieg auf Elektroautos, andererseits am weiterhin weit verbreiteten Heizen mit fossilen Brennstoffen wie Gas und Öl. Schwarz-Rot verspricht Technologieoffenheit beim Heizen.
Doch was bringt das Gebäudemodernisierungsgesetz? mehr Das sogenannte Klimaschutzgesetz gibt klar Klimaziele vor - bis hin zur Klimaneutralität im Jahr 2045. Dann soll Deutschland rechnerisch keine Treibhausgase mehr ausstoßen. 648,9 Millionen Tonnen klimaschädliche Emissionen im vergangenen Jahr, das bedeutet einen Rückgang um 48 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990.
Für das vergangene Jahr wird die gesetzliche Vorgabe von höchsten 661,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent eingehalten, sogar um rund zwölf Millionen Tonnen unterschritten. So gesehen liegt Deutschland für das vergangene Jahr im Soll. Schwierig könnte es in den kommenden Jahren werden.
Denn mittelfristig muss der Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 im Vergleich zu 1990 um 65 Prozent sinken. Um das zu erreichen, müssten die Emissionen in diesem und den folgenden Jahren im Schnitt um 42 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente sinken. Zur Erinnerung: 2025 waren es magere 0,9 Million Tonnen.
Dennoch sind der Umweltminister und der UBA-Präsident zuversichtlich, dass die Klimaziele mittelfristig erreicht werden können. Diese Einschätzung stützt sich auf alle bis November 2025 bekannten Informationen. Die umstrittenen Eckpunkte für ein neues Gebäud…
