BFS: 55,2% zählen zur Einkommensmitte – untere Mitte stärker belastet

Mehr als jede zweite Person in der Schweiz gehört zur Einkommensmitte. Laut Bundesamt für Statistik (BFS) zählen 55,2 Prozent der Bevölkerung zu dieser Gruppe. Doch innerhalb der Mitte klaffen Unterschiede: Besonders die untere Mitte hat Mühe, unerwartete Rechnungen zu stemmen und verzichtet häufiger auf Ferien.
Das BFS definiert die Mitte anhand monatlicher Bruttohaushaltseinkommen und unterteilt sie aufgrund der grossen Spanne in eine untere und eine obere mittlere Einkommensgruppe. Der Anteil der Mitte an der Bevölkerung blieb zwischen 1998 und 2023 weitgehend stabil, so das BFS.
Am höchsten lag er 2009 bei 61,3 Prozent, am niedrigsten 2018 bei 54,4 Prozent. Über den gesamten Zeitraum sieht das Amt keine signifikante Veränderung. Bei der Wohnsituation steht die Einkommensmitte insgesamt relativ gut da und ist etwa seltener von überbelegten Wohnungen betroffen als einkommensschwache Haushalte.
Dennoch wird auch sie von hohen Wohnkosten getroffen: 2024 gaben 10,5 Prozent der Haushalte in der unteren Mitte mehr als 40 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für Wohnen aus; in der oberen Mitte waren es 3,5 Prozent. Finanzielle Engpässe zeigen sich auch in anderen Bereichen.
2024 lebten in der unteren Mitte 25 Prozent in Haushalten, die eine unerwartete Ausgabe von 2500 Franken nicht begleichen konnten. In der oberen Mitte betraf dies 10,9 Prozent. Zudem stuften 14,1 Prozent der unteren Mitte und 5,9 Prozent der oberen Mitte die Fähigkeit ihres Haushalts, bis Monatsende finanziell durchzukommen, als schwierig oder sehr schwierig ein.
Auch beim Konsum zeigen sich Unterschiede: Aus finanziellen Gründen konnten 2024 11,1 Prozent der unteren Mitte nicht in die Ferien fahren; in der oberen Mitte waren es 3,1 Prozent. Entsprechend lag die Zufriedenheit mit der finanziellen Situation tiefer: 10,6 Prozent der Personen in der unteren Mitte erklärten sich (eher) unzufrieden, in der oberen Mitte 3,7 Prozent.
Die Zahlen verdeutlichen, dass Belastungen bis in die Mitte reichen – und dass innerhalb dieser Gruppe erhebliche Unterschiede bestehen, wie das BFS festhält.
