Berlin: Großrazzia nach mutmaßlich linksextremistischem Brandanschlag auf Strommasten

Berlin – Mit einer großangelegten Razzia hat die Generalstaatsanwaltschaft Berlin am Dienstagmorgen die Ermittlungen zu einem mutmaßlich linksextremistischen Brandanschlag auf Hochspannungsmasten im vergangenen September vorangetrieben. Rund 500 Einsatzkräfte durchsuchten insgesamt 17 Objekte in Berlin, Brandenburg, Hamburg und Nordrhein-Westfalen.
Gegen mehrere namentlich bekannte Beschuldigte wird wegen des Verdachts der verfassungsfeindlichen Sabotage, Bildung einer kriminellen Vereinigung sowie Brandstiftung ermittelt. Wie ein Sprecher der Behörde bestätigte, wurden seit den frühen Morgenstunden 14 Durchsuchungsbeschlüsse in Berlin vollstreckt.
Weitere Maßnahmen fanden in vier anderen Bundesländern statt. Haftbefehle seien nach aktuellen Informationen nicht vollstreckt worden. Die Auswertung der sichergestellten Beweismittel dauere an, hieß es. Nähere Details zu den Ermittlungen wurden zunächst nicht bekanntgegeben.
Hintergrund der Razzia ist ein schwerer Brandanschlag vom 9. September 2025, bei dem Unbekannte mehrere Starkstromleitungen an zwei Masten in Berlin-Johannisthal (Bezirk Treptow-Köpenick) in Brand setzten. Der Angriff löste einen tagelangen Stromausfall aus, von dem zunächst rund 50.000 private und gewerbliche Kunden betroffen waren.
Besonders hart traf es den Technologiepark Adlershof mit seinen zahlreichen Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus den Bereichen IT, Robotik, Raumfahrt sowie Sicherheits- und Rüstungsindustrie. Die Schäden werden auf 30 bis 70 Millionen Euro geschätzt.
In einem im Internet veröffentlichten Bekennerschreiben hatten sich die Täter als „linksextremistisch“ bezeichnet und den Angriff als Protest gegen die dort ansässigen Firmen gerechtfertigt. Die Ermittlungen führt die Sonderermittlungsgruppe „Spannung“ des Polizeilichen Staatsschutzes, die seit Monaten Hinweisen auf eine mögliche kriminelle Vereinigung nachgeht.
Die Folgen des Anschlags waren verheerend: Neben wirtschaftlichen Verlusten berichteten Betroffene auch von dramatischen menschlichen Schicksalen – etwa einer 94-jährigen Frau, deren lebenswichtige medizinische Geräte durch den Stromausfall versagten.
