Baden-Württemberg: Deutsch-Abitur an beruflichen Gymnasien – diese Aufgaben standen zur Wahl

An den beruflichen Gymnasien in Baden-Württemberg haben die angehenden Abiturientinnen und Abiturienten am Dienstag, 28. April, die schriftliche Deutschprüfung geschrieben. Insgesamt standen acht Aufgaben zur Auswahl – je vier auf erhöhtem Anforderungsniveau und vier auf grundlegendem Niveau.
Für die Oberstufe gelten an den beruflichen Gymnasien eigene Regeln: Neben dem sechsstündigen berufsbezogenen Profilfach belegen die Schülerinnen und Schüler als fünfstündiges Fach entweder Deutsch oder Mathematik. In beiden Fächern – dem Profilfach und dem gewählten fünfstündigen Fach – ist die schriftliche Prüfung verpflichtend.
Wer Deutsch nicht als fünfstündiges Fach wählt, belegt es vierstündig und kann auch hier eine schriftliche Prüfung ablegen. Entsprechend gibt es in Deutsch Aufgaben auf erhöhtem Niveau (für das fünfstündige Fach) und auf grundlegendem Niveau (für das vierstündige Fach).
Auf erhöhtem Anforderungsniveau umfasste die erste Option eine Interpretation von Auszügen aus Katharina Hackers Roman „Die Habenichtse“ (Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt/Main, 2017, Seiten 124–127).
In einer anschließenden Vergleichserörterung mit entweder Wolfgang Koeppens „Tauben im Gras“ oder Anna Seghers’ „Transit“ sollte – ausgehend von einem Zitat der Psychologin Doris Wolf – diskutiert werden, inwiefern die jeweiligen Partner in den Romanen ehrlich miteinander umgehen.
Eine weitere Aufgabe stellte Ricarda Huchs Gedicht „Leben“ (1891) Stefan Georges „November-Rose“ (1901) gegenüber. Die Schülerinnen und Schüler sollten Huchs Gedicht interpretieren und mit Georges Text vergleichen, unter Einbeziehung ihrer Kenntnisse zur Literatur um 1900.
Quellen: Ricarda Huch, „Wüßt ich ein Lied. Ausgewählte Gedichte“, Aufbau Verlag, Berlin und Weimar, 1974, Seite 30; Stefan George, „Gedichte“, herausgegeben von Günter Baumann, Reclam Verlag, Stuttgart, 2008, Seiten 7–8. Ebenfalls zur Wahl stand die Analyse eines Auszugs aus Eva Menasses 2023 erschienenem Buch „Alles und nichts sagen.
Vom Zustand der Debatte in der Digitalmoderne“. Gefordert waren die Untersuchung von Argumentationsgang, sprachlich-stilistischer Gestaltung und Intention sowie eine Stellungnahme zur Position der Autorin unter Bezug auf Kenntnisse über Sprache in politisch-gesellschaftlichen Zusammenhängen.
Als vierte Option war ein Essay zu verfassen, für den verschiedene Materialien – darunter eine Karikatur, ein Interview, eine Statistik und zwei Sachtexte – als Grundlage dienten. Auf grundlegendem Niveau standen ebenfalls vier Aufgaben zur Auswahl.
Die Deutschprüfung deckte damit unterschiedliche Schwerpunkte ab: literarische Interpretation und Vergleich, Analyse argumentativer Sachtexte sowie eigenständiges Schreiben auf Basis bereitgestellter Materialien.
