Augsburg stellt zweiten Taubenturm auf: Zehnter städtischer Schlag am Schwaben Center

Augsburg hat in der Grünanlage Alter Heuweg/Heinestraße am Schwaben Center einen neuen Taubenturm aufgestellt. Der vom Tierschutzverein Augsburg und Umgebung betreute Turm ist der zehnte städtische Taubenschlag und zugleich der zweite Turm in der Stadt. Weil Stadttauben sehr standorttreu sind und sich derzeit vor allem in der Nähe der Grünanlage aufhalten, gilt der Standort als ideal.
Nach der Umsiedlung sollen die Tiere weg von Straßen und Balkonen sein, da sie sich nahezu den ganzen Tag im Schlag aufhalten. Bis Mitte 1995 war im Stadtgebiet auf konkrete Beschwerden hin gegen Taubenbelästigungen per Abschuss vorgegangen worden. Tierschutzorganisationen wandten sich gegen diese Praxis, auch weil sie keine dauerhafte Reduzierung der Population brachte.
Daraufhin erarbeitete die Stadt gemeinsam mit der Initiative gegen Tierversuche und Ausbeutung der Tiere (IGT) ein Konzept für einen gesunden, stadtverträglichen Taubenbestand. Seit dem 1. Januar 2017 wird dieses Konzept operativ vom Tierschutzverein Augsburg und Umgebung e.
V. betreut. Kern des Ansatzes sind betreute Taubenschläge – auch in denkmalgeschützten Gebäuden – mit artgerechter Futterversorgung, damit die Tiere den Großteil des Tages dort verbringen. In den Schlägen werden die Gelege durch Eier-Attrappen ersetzt. Zudem werden die Anlagen regelmäßig gereinigt und desinfiziert.
In Türmen und Schlägen gebundener Taubenkot – rund fünf Tonnen pro Jahr – entlastet das Stadtgebiet und wird von den Stadtreinigern fachgerecht entsorgt. Der Erfolg wird im Wesentlichen über die Zahl entnommener Eier sowie die Menge des gebundenen Kots kontrolliert.
Die Schläge sind an unterschiedlichen Orten untergebracht, darunter Parkhäuser, Türme der ehemaligen Stadtbefestigung, Dachstühle städtischer Verwaltungsgebäude sowie in zwei Fällen auf Flachdächern – jeweils dort, wo Probleme verstärkt auftraten und sich ein Standort umsetzen ließ.
Bereits im Dezember 2008 wurde der erste begehbare Taubenturm errichtet. Er ist fast neun Meter hoch und steht auf der Wiese zwischen der B 17-Brücke und dem Gögginger Friedhof. Mit dem neuen Turm setzt die Stadt ihre Strategie fort, die Taubenpopulation stadtverträglich zu steuern.
