AfD-Mitglied zündet eigenes Auto an und beschuldigt Linke - Parteiausschluss beantragt

Was zunächst wie ein politisch motivierter Anschlag aussah, hat sich als perfide Täuschung entpuppt: Ein AfD -Mitglied hat nach Angaben des Polizeipräsidiums Mittelfranken sein eigenes Auto angezündet und versucht, die Schuld politisch linksgerichteten Gruppierungen in die Schuhe zu schieben.
Der Mann habe gestanden, den Brand gelegt und einen angeblichen Drohbrief der Antifa gefälscht zu haben, teilte die Polizei in Nürnberg mit. Auch eine angeblich gegen ihn gerichtete Graffitischmiererei habe er demnach selbst angefertigt. Nun soll der Mann aus der Partei ausgeschlossen werden.
Der Bezirksvorstand Mittelfranken habe den Parteiausschluss des Mitglieds beschlossen, teilte ein Funktionär mit. Ein entsprechender Antrag werde an das Landesschiedsgericht der Partei gerichtet, das die Entscheidung endgültig treffen müsse. Nach dem Brand an dem Fahrzeug und den Ausführungen des Besitzers hatte zunächst der Staatsschutz ermittelt.
Man ging von einer politisch motivierten Straftat aus. Die Ermittlungen liefen jedoch ins Leere. Schließlich seien bei der Analyse des angeblichen Drohbriefs auffällige Übereinstimmungen mit der Handschrift des Mannes festgestellt worden. Die rechtsextreme Partei selbst hatte noch in einer Pressemitteilung von Anfang Februar von einem »feigen Anschlag« gegen die Partei gesprochen.
Jetzt gibt sie sich kleinlaut. Das Mitglied habe Parteimitglieder getäuscht sowie einen Ansehensverlust und Schaden für die Partei verursacht, hieß es. In der Vergangenheit war es immer wieder zu Anschlägen auf Fahrzeuge von AfD-Politikern gekommen. So war Ende des Jahres das Auto des Ersten Parlamentarischen Geschäftsführers der AfD-Bundestagsfraktion, Bernd Baumann, in Hamburg abgebrannt.
Das Landeskriminalamt bewertete die Tat als politisch motivierte Brandstiftung. Auch das Auto von Parteichef Tino Chrupalla war 2020 auf seinem Grundstück in Brand geraten.
