AfD in Sachsen-Anhalt bei 41 Prozent: Alleinregierung nach September-Wahl erscheint möglich
Die AfD könnte nach der Landtagswahl am 6. September in Sachsen-Anhalt an die Macht kommen. Umfragen sehen die Partei bei 41 Prozent und damit deutlich vor der CDU. Eine absolute Mehrheit erscheint damit nicht mehr ganz unwahrscheinlich – und würde die seit Jahren geführte Debatte über die Brandmauer der Mitteparteien faktisch entwerten.
In den Erhebungen liegt die AfD 15 Prozentpunkte vor der CDU. Als Gründe für den Höhenflug werden eine weit verbreitete Unzufriedenheit mit der aktuellen Landesregierung und der Wunsch mancher Wähler genannt, die AfD in der Regierungsverantwortung zu erleben. Sollte sich dieser Trend bis zum Wahltag halten, könnte die Partei rechnerisch alleine regieren.
Die Diskussion um die sogenannte Brandmauer – also die Frage, wie strikt sich die Parteien der Mitte von der AfD abgrenzen – bekäme in diesem Szenario eine neue Dimension. Dann wäre es kaum mehr entscheidend, ob die AfD kooperiert, geduldet, ignoriert oder in Koalitionen einbezogen wird: Mit einer absoluten Mehrheit könnte sie ohne Partner regieren.
Zugleich wächst der Druck auf die demokratischen Parteien der Mitte. Sie sollen, so die Mahnung aus dem politischen Raum, zügig Antworten finden, um eine Machtübernahme der AfD zu verhindern. In Sachsen-Anhalt hat Ministerpräsident Reiner Haseloff gezeigt, wie sich die AfD in Schach halten lässt; zugleich stecken die aktuellen Führungskräfte der Mitte insgesamt in einer Krise.
Entscheidend wird nun, ob die Parteien bis zum 6. September Vertrauen zurückgewinnen und Wähler mobilisieren. Bestätigen die Wahlergebnisse die aktuellen Umfragen, dürfte sich die politische Debatte in Sachsen-Anhalt rasch von Taktikfragen hin zu den Folgen einer möglichen AfD-geführten Landesregierung verschieben.
